Wolfgang Honold denkt nach – viel/wenig

Demo in Portugal 2014 - Bild von Flickr.com CC BY 2.0

 

Was ich gerade mache wollt Ihr wissen? Ok, warum nicht:

Wieder mal bisschen nachdenken. Wenn man – wie ich heute – genug Zeit dazu hat, „bastelt man an seiner selbstgestrickten Philosophie“. Was diesmal dabei herauskam möchte ich hier kurz beleuchten. Es ging um die Adjektive „viel“ oder „wenig“.

Wolfgang Honold – 20. Juli 2019

Was ist viel? Was ist wenig? Darüber können Meinungen weit auseinander gehen. Wer das nicht selber herausfindet, der ist darauf angewiesen, es gesagt zu bekommen.

Leute, die meinen, es ganz genau zu wissen, gibt es seit die Menschheit sprechen gelernt hat. Letzteres und das Erlernen des aufrechten Ganges könnte man – wenn man will – als den grössten Entwicklungsfehler der Menschheitsgeschichte ansehen. Sozusagen ein „kultureller Irrläufer“. Aber ok, Schwamm drüber. S‘ist passiert und kann nicht rückgängig gemacht werden. Diese „wissenden“ Menschen wissen DAS, und noch mehr, und dulden keinen Widerspruch, muss man wissen.

Ihre Deutungshoheit bekunden und unterstreichen sie mit Hilfe von großen Fahnen und mit – vermeintlich – respekteinflössender besonderer – oft sehr komisch aussehender – Bekleidung, z.B. lange schwarze oder karminrote oder schneeweiße Talare, mit Orden übersäte Waffenröcke, merkwürdige Kopfbedeckungen und dergleichen mehr. Männliche Antlitze werden dabei gerne auch mit langem – möglichst weißem Bart – zur Schau gestellt, hinter dem besonders tiefe und reife Weisheit vermutet werden soll. Auch gibt es nicht wenige, die mit glattrasiertem Gesicht im dunklen Nadelstreifenanzug auftreten. Bei Leuten, die einem Klerus zu zu ordnen sind, findet man – analog zu Kleinkindern – die Angewohnheit, die Stimme zu verstellen, wenn sie einem eine so gar nicht echt glaubhafte Geschichte in einer Predigt auftischen wollen. Das Problem dabei ist:

Wenn VIEL Leute sich sagen lassen was sie denken sollen oder müssen, verleihen sie diesen „ALLWISSENDEN“, die es ihnen sagen, sehr VIEL politische und wirtschaftliche Macht. DAS – hinwiederum – führt nach einer Weile dazu, dass WENIGE Menschen wahnwitzig VIEL haben und VIELE schändlich WENIG. Das ist von den WENIGEN durchaus so gewollt. Was ist daraus als FAZIT zu folgern?

Nun, ganz klar: Wir brauchen wesentlich MEHR Menschen, die sich nicht einfach etwas vorsagen lassen, sondern ihr eigenes Hirn bemühen, selber nach zu denken, wenn wir wollen, dass sich an der – an sich untragbaren – Situation wieder etwas ändern soll. Die, die sehr VIEL haben, müssen unbedingt bescheidener werden. Die, die wenig haben, können nicht bescheidener werden. Sie müssen politisch aktiver werden, die richtige Partei wählen oder – in Ermangelung derselben – eine „richtige“ Partei gründen, die es „ernst“ mit den Leuten meint. Schließlich ist es doch so:

Kein Mensch kann ohne Mitmenschen auf dieser Erde existieren. Wenn zwischen den Menschen nicht die Spur einer gewissen anständigen Solidarität aufkommt, ist über kurz oder lang ein existenzerhaltendes Zusammenleben ausgeschlossen. Die Menschheit geht dann einfach ein. Die Welt wird allerdings ohne sie auskommen. Und damit bin ich am Ende meiner kleinen Durchsage angelangt. Ich mag jetzt auch nicht mehr weiter nachdenken.

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