Wochenrückblick 39. Kalenderwoche

Nico Diener – 28. September 2020

Zurückblickend auf die letzten Tage sind mir einige
kommentierbare Vorkommnisse ins Auge gefallen,
die ich hier zur Diskussion stelle.

(Kommis bitte unten eintragen!)
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21. September | Geflüchtete auf Lesbos widersetzen sich der Repression

Solidaritätsdemonstration mit Geflüchteten in Athen (Pic: Workers Solidarity)

Tausende gestrandete Geflüchtete demonstrierten auf der griechischen Insel Lesbos, nachdem das Camp, in dem sie sich bis dato aufhalten mussten, abgebrannt war. Die Bereitschaftspolizei trat ihnen mit Tränengas entgegen.
Mehr als 13.000 Geflüchtete haben fünf Nächte auf der Straße verbracht, nachdem ein großes Feuer in der Nacht am 8. August das Flüchtlingscamp „Moria“ zerstörte. Die Menschen wurden am Straßenrand sich selbst überlassen, ohne dass die Behörden sich um Unterkunft, Nahrung oder Wasser für sie gekümmert hätten – eingekesselt von der Bereitschaftspolizei, die sie davon abhielt, die Hauptstadt der Insel Mytilene zu betreten.
Nick Clark berichtete darüber in zuerst im Socialist Worker. Der Artikel wurde für »Die Freiheitsliebe“ übersetzt.
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23. September | Michael Gwisdek gestorben

Gestern ist im Alter von 78 Jahren ist der Schauspieler Michael Gwisdek gestorben. Ich guck in das Interview von vor 12 Jahren mit / bei „tadeusz“ rein und verstehe, warum er bei den Westlern so angesagt war. Er lieferte die ideologischen Bekenntnisse, die sie hören wollen: die DDR sei schlichtweg grausam gewesen.
..Die Grausamkeiten der BRD erzählt er sehr anders, weil er von diesen Grausamkeiten, wegen seiner Privilegierung, am eigenen Leib nichts mitbekommen haben dürfte und obwohl er in der DDR auch keine erlebt haben dürfte.
..Er erzählt sich selbst als jemanden, dessen Vorbilder nur Amis und andere Westweltler waren. Seine ganze „Karriere“ war und ist motiviert aus der westweltlichen Film- und sonstigen Popindustrie und deren Wirkung. Jedenfalls so in seiner Selbstdarstellung. Gwisdek wirkt sympathisch und auch relativ uneitel, aber auch egoistisch und oberflächlich. Eben so wie es von den Mitläufern des Regimes gefordert und erwartet wird.
Jürgen Eger
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23. September | Freiheit für Yilmaz Acil!

Erneut wurde in Bayern ein politisch aktiver Kurde verhaftet und zum „Terroristen“ erklärt.
..Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Yilmaz Acil vor rund zwei Wochen in Augsburg festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Wie vielen anderen kurdischen Aktivisten wird ihm die „Mitgliedschaft in der PKK“ zur Last gelegt. Die angeblichen Belege, die aus dem Haftbefehl hervorgehen, sind mehr als dünn und treffen zum großen Teil nicht nur auf kurdische Aktivist*innen zu, sondern könnten auch Journalisten sowie Mitgliedern aus Solidaritätsgruppen angekreidet werden, um sie, nach dem umstrittenen Gesinnungsparagrafen 129b StGB, zu Mitgliedern einer „ausländischen terroristischen Vereinigung“ zu erklären.
Die Rote Hilfe e.V. berichtete darüber
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24. September | Balluff/Neuhausen: Starker Kollegen-Protest und eine klare Ansage an die IG-Metall!

Balluff in Neuhausen auf den Fildern, 222. September 2020, Bild: Arbeit-Zukunft

Diesmal demonstrierten über 300 Kolleginnen und Kollegen des Sensor- und Automatisierungsspezialisten Balluff GmbH in Neuhausen auf den Fildern (Region Stuttgart) gegen Arbeitsplatzklau am Neuhäuser Standort.
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Am Donnerstag, 24. September um 12:00 Uhr umstellten sie in einer eindrucksvollen, geschlossenen Menschenkette das Hauptgebäude des Unternhehmens. Hintergrund: Balluff plant massive Einsparungen. Die Fertigung am Standort soll komplett dicht gemacht werden, aber auch fast alle anderen Bereiche sind vom Stellenabbau betroffen. Weltweit sollen 400 Balluff-Jobs dran glauben, davon 240 am Hauptsitz in Neuhausen.
Fritz Theisen berichte auf Arbeit-Zukunft über den Arbeitskampf

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25. September | Auch nach 50 Jahren: Lohnfragen sind Machtfragen

Bremer Stahlwerk. Bild: YouTube

„Aufgrund der Pandemie haben die Tarifparteien die Metall-Tarifrunde unterbrochen. In NRW ist ein Pilotabschluss geglückt, der unter anderem Beschäftigung und Zuschuss zum Kurzarbeitergeld sichet. Mittlerweile haben alle Tarifgebiete das Krisenpaket übernommen.“ Das ist einer Verlautbarung der IG Metall zur Tarifrunde 2020. Ein schönes Bla blau sagen die Kollegen und solage sie nicht selber auf den Tischhauen wird sich daran auch nichts ändern, denn solange der Kapitalismus besteht, müssen die Werktätigen Tag für Tag ihre Arbeitskraft an die Unternehmer, die Besitzer der Produktionsmittel verkaufen und erhalten für die von ihnen geleistete Arbeit nur einen Teil des Wertes, den sie produzieren. Den sogenannten Mehrwert steckt der Unternehmer ein. Natürlich ist der Unternehmer bestrebt, den Teil, den er abkassiert, so groß wie möglich zu halten, denn alles, was er dem Arbeiter vorenthält, trägt zur Steigerung seines Profits, seines Reichtums bei. Da kommt diesen Halunken die Pandemie gerade richtig.
..War es früher anders? Gings uns da besser? Z. B. vor 50 Jahren? In welcher Lage waren wir da? Roter Morgen blickt regelmäßig zurück in seinem Blog „Die Welt vor 50 Jahren„. Heute erschien der Artikel »Lohnfragen sind Machtfragen – Zur Kündigung der Tarifverträge in der Metallindust«, den wir euch hiermit empfehlen.
Roter Morgen, 4. Jahrgang, September 1970, »Lohnfragen sind Machtfragen – Zur Kündigung der Tarifverträge in der Metallindust«
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26. September | Antifaschist Jo soll isoliert werden!

Seit dem 2. Juli sitzt der Antifaschist Jo in Stuttgart-Stammheim in Untersuchungshaft. Ihm wird neben acht anderen vorgeworfen, bei einer Auseinandersetzung am Rande der Stuttgarter Corona-Demonstrationen Faschisten angegriffen und drei von ihnen schwerer verletzt zu haben. Das Verfahren ist geprägt von Schikanen gegenüber den beschuldigten Antifaschisen/-innen.
..Immer wieder wird die Post von Jo aufgehalten oder über 4 Wochen hinausgezögert. Auf die Spitze getrieben wurden diese nun von der Staatsanwaltschaft. Diese verbot den Besuch von politischen Freunden bei Jo mit der Begründung, dass „die Wahrnehmung von Außenkontakt wird dem Beschuldigten durch zahlreiche Besuche seiner Familie ermöglicht“. Personen außerhalb des Familienkreises wird derzeit keine Besuchserlaubnis erteilt.

Roter Morgen berichte ausführlich
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27. September | Es gibt nichts zu feiern – aber viele Günde zu kämpfen!

Am 3. Oktober soll nach dem Willen der Herrschenden in Deutschland die Einheit gefeiert werden. In der Presse, in Funk und Fernsehen usw. wird dieses Ereignis propagandistisch vorbereitet. Geschichtsfälschungen, Herz-Schmerz-Filme werden auf allen Kanälen laufen. Primitiver Antikommunismus ist der Grundtenor. Kritische Stimmen werden ausgeblendet.
ROTER MORGEN wir dazu einen Artikel unter dem Titel: »Es gibt nichts zu feiern – aber viele Günde zu kämpfen!« veröffentlichen um dessen Beachtung wir bitten.

Beiteiligt Euch an den örtlichen Protestaktionen gegen diese Show der Geschichtsfälschung und Hetze gegen den Kommunismus!
Beiteiligt Euch an den Protestaktionen gegen Naziaufmärsche und Querdenkeraktionen am 3. Oktober!
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27. September | Dienstag, 29. Septemer: Magdeburg, Themenabend »30 Jahre – Tag der Einheit«

Die Magdeburger Basisgruppe »aufstehen« lädt ein zu einem Themenabend unter dem Titel: »30 Jahre – Tag der Einheit«. Eine Gesprächsrunde mit kritischen Zeitzeugen im Gespräch am:
Termin: Dienstag, 29. September 2020, 18.00-20.00 Uhr

Ort: Große-Diesdorfer-Str.169a (Eingang Flechtinger Straße)
ROTER MORGEN berichtet über die geplante Veranstaltung.

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Die Redaktion dankt Hosteni, Rui G. und Reinhold S.
für die Unterstützung bei der Erstellung dieses Wochenrückblicks.
Dieser Rückblick erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Verlinkte- und mit Namen gekennzeichnete Texte müssen
nicht in allen Punkten der Meinung der Redaktion entsprechen.
Die Redaktion freut sich über jede Hilfe und bittet um Texte und Hinweise an
eMail: Wochenrueckblick(at)RoterMorgen.eu
Redaktionsschluss: Jeden Sonntag, 1:00 Uhr

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ö.

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