Venezuela: Russland wird den Einsatz erhöhen müssen

Maduro bei Putin in Moskau. Bild: kremlin.ru

Russland hat wie auch China viel Geld in Venezuela investiert. Fällt Maduro und kommt Guaido an die Macht, dürften auch die ganzen Milliarden weg sein.
Marco Maier – 7. Januar 2019
Die USA treiben den Regime Change in Venezuela voran. Damit jedoch sorgen sie auch dafür, dass die Kredite und Investitionen der Russen und Chinesen im Feuer stehen. Denn die US-Marionette Juan Guaido dürfte kaum Anstalten machen, sich an die Verträge und Abmachungen Maduros (bzw. Chavez‘) zu halten und sich viel mehr auf Washington und die Wall Street halten.
Russland hat jetzt so viel in das Maduro-Regime investiert, dass die einzige realistische Option darin besteht, den Einsatz zu erhöhen“, schreibt Alexander Gabuew, Senior Fellow am Carnegie Moscow Center. In einem von der Financial Times vorgestellten Op-Ed berichtet er, dass der in Moskau ansässige staatliche Ölkonzern Rosneft zwei Offshore-Gasfelder in Venezuela besitzt und darüber hinaus „Beteiligungen an Vermögenswerten mit mehr als 20 Millionen Tonnen Rohöl“ besitzt. Doch seit Präsident Nicolas Maduro von den USA in den Kampf gegen den Oppositionsführer Juan Guaido getreten ist, stehen Milliarden für Moskau auf dem Spiel, wodurch das Interesse am Erhalt der bestehenden Regierung groß ist.
Wie Gabuew in seinem Artikel beschreibt, schuldet Caracas dem staatlichen russischen Ölkonzern Rosneft drei Milliarden Dollar. Und dessen mächtiger Generaldirektor, Igor Setschin, könnte die Politik des Kremls, so der Analyst, durchaus massiv beeinflussen. Immerhin geht es hier um vitale russische Wirtschaftsinteressen.
Aber das ist noch nicht alles: Weil sich die Amerikaner und ihre Vasallen in Osteuropa, Zentral- und Ostasien festsetzen und so versuchen Russland und China einzukreisen, wollen Moskau und Peking auch in Lateinamerika – also dem US-amerikanischen „Hinterhof“ – stärker Fuß fassen. Nicht umsonst sind beide Staaten die größten Waffelieferanten für Venezuela und beide Länder haben (noch unbezahlte) Kredite an Caracas vergeben, die mit Erdöl bezahlt werden sollen. Auch sind beide Staaten daran interessiert, in Venezuela Militärbasen zu errichten, um so die Karibik und den zentralen Atlantik strategisch abzudecken.
Will Moskau Venezuela nicht an die Amerikaner verlieren, wird es nicht um eine Erhöhung des Einsatzes herumkommen. Und wenn es bedeutet, Truppen zum Schutz der venezolanischen Regierung in Caracas zu stationieren und sich auf ein Syrien-Szenario vorzubereiten.
 

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