Trump zum Saudi-König: „Ihr würdet keine zwei Wochen ohne uns aushalten“

Pixabay CC0 Public Domain
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US-Präsident Donald Trump warf König Salman von Saudi-Arabien vor, dass sein Königreich ohne die US-Unterstützung keine zwei Wochen durchhalten würde und mehr für die eigene Verteidigung unternehmen müsse. Auch die Ölpreise kritisierte er.
Marco Maier – 7. Oktober 2018
Eine Woche nachdem Präsident Trump Saudi-Arabien während seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschuldigt hatte, bewusst Ölpreise zu erhöhen, hat der Präsident seine Rhetorik gegen Amerikas wichtigsten strategischen Verbündeten im Nahen Osten während einer Kundgebung am Dienstagabend in Southaven Mississippi verstärkt. Er impliziert, dass die USA den militärischen Schutz, den sie dem Königreich bietet, zurückziehen und das saudische Regime warnen könnten, dass es ohne „US-Unterstützung“ nicht „zwei Wochen“ überleben würde.
In einer Rüge, die möglicherweise von der Weigerung der OPEC inspiriert wurde, die Produktion beim Septembertreffen in Algier zu erhöhen (obwohl saudische Offizielle sowohl in den Berichten als auch in mehreren gemeldeten Lecks gesagt haben, dass sie einseitige Kürzungen anstreben), sagte Trump der Menge, dass er Saudi-Arabiens König Salman gewarnt habe, dass er ohne die USA keine zwei Wochen überstehen würde. Trumps Bemerkungen lösten stürmischen Applaus aus. So sagte er: „Wir schützen Saudi Arabien. Würdest du sagen, dass sie reich sind. Und ich liebe den König, König Salman. Aber ich sagte, ‚König – wir beschützen dich – du bist vielleicht zwei Wochen ohne uns da – du musst für dein Militär Bezahlen.’“
Im Grunde genommen will Trump so die US-Rüstungsindustrie stärken, da die Saudis so vorrangig von den US-Waffenschmieden und jenen der NATO-Staaten kaufen würden. Immerhin passen die westlichen Waffensysteme zu jenen, welche das wahhabitische Königreich ohnehin schon besitzt. Zudem drückt Trump so die Meinung vieler Amerikaner aus, wonach die US-Truppen nur deshalb über die halbe Welt verstreut sind, weil sie dort die Länder beschützen würden. Dass es sich hierbei jedoch vor allem um eine globale Schutzmacht für die Interessen der US-amerikanischen Finanzoligarchie handelt, ist den meisten Amerikanern nicht bewusst. Und Trump spielt genau diese Karte weiter aus, obwohl die paar Soldaten und das US-amerikanische Kriegsgerät vor Ort mehr symbolischer Natur sind und im Ernstfall wohl recht schnell vernichtet wären.
 

Donald J. Trump

@realDonaldTrump

We protect the countries of the Middle East, they would not be safe for very long without us, and yet they continue to push for higher and higher oil prices! We will remember. The OPEC monopoly must get prices down now!

Donald J. Trump

@realDonaldTrump

Just spoke to King Salman of Saudi Arabia and explained to him that, because of the turmoil & disfunction in Iran and Venezuela, I am asking that Saudi Arabia increase oil production, maybe up to 2,000,000 barrels, to make up the difference…Prices to high! He has agreed!

Trump schießt sich dabei auch auf die Ölpreise ein, wie seine Tweets zeigen. Er weiß, dass einerseits ein hoher Ölpreis zwar die eigene Fracking-Industrie stützt, andererseits jedoch ein zu hoher Preis der wirtschaftlichen Entwicklung der USA schaden und niedrige Ölpreise auch den Gegnern Russland, Venezuela und Iran finanzielle Probleme bereiten. Deshalb will er sie nicht zu hoch steigen lassen.

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