Tausende Schüler und Studenten nahmen am Streik für das Klima in Portugal teil

Portugals Jugend protestiert für Klima- und Umweltschutz in Lissabon und vielen anderen Städten des Landes - Foto de Rita Sarrico, mit freundlicher Genehmigung des Bloco Esquerda

Rui Filipe Gutschmidt – 30. November 2019

Portugal hat sich dem Klimastreik angeschlossen, der Millionen junger Menschen auf der ganzen Welt auf die Straße geführt hat. Catarina Martins, die in Lissabon protestierte, sagte: „Es sind die neuen Generationen, die sagen, wir haben keine Zeit zu verlieren, wir wollen eine Zukunft.“ Aber in diesem Kampf dürfen die älteren Generationen ihre Kinder nicht alleine lassen. Es geht uns alle an!

Caldas da Rainha, Coimbra, Évora, Faro, Lagos, Portimão, Lissabon, Penafiel, Portalegre, Santarém, Porto, Santa Maria auf den Azoren und auch sonst überall auf dem ganzen Planeten Erde wurde „gestreikt“ und für den Erhalt der hoch sensiblen Ökosysteme demonstriert. In Lissabon zogen die Demonstranten vor das Parlamentsgebäude und trugen Plakate mit „Es gibt keinen Planeten B“, „Nein zu fossiler Energie“ oder „Keine Bohrung nach Öl an der Algarve“.

Neben den Schülern und Studenten, nahmen auch Umweltorganisationen und Parteien am Klimastreik teil. Der Bloco Esquerda – Linker Block – macht dabei weitaus mehr als beispielsweise die Tier- und Umweltschutzpartei PAN oder Portugals Grüne, die PEV.

 

Es braucht Mut, die Wirtschaft im Namen unseres Planeten zu verändern“

Catarina Martins, Vorsitzende des BE, nahm an den Protesten in Lissabon teil und erklärte: „Es sind die neuen Generationen, die sagen, es gibt keine Zeit, wir wollen eine Zukunft. Und sie haben absolut recht.“

Sie betonte, dass „echte Veränderungen“ erforderlich sind und dass „es Mut erfordert, sich großen wirtschaftlichen Interessen und großen Interessen des Finanzkapitalismus zu stellen. Und dieser Mut ist viel größer als bei bei COP 25. Dieser Mut ist bei diesen jungen Leuten auf der Straße.“

Catarina Martins zufolge müssen wir von der Problemerkennung, zu Lösungen übergehen, wie die Nutzung der Eisenbahn als Mobilitätsalternative und die Umsetzung der Energiewende. „Und diese Maßnahmen erfordern Investitionen. Es braucht Mut, die Wirtschaft im Namen unseres Planeten zu verändern“, sagte sie.

Während über 100.000 Menschen trotz strömenden Regens in vielen Städten auf die Straße gingen, setzte der Linke Block sich im Parlament für den Studenten-Klimastreik ein. Auch wenn die Abstimmung nur symbolischer Natur war, so stellten sich die Parlamentarier der Linken Parteien geschlossen hinter den Protest, während sich die neoliberalen der PSD enthielten und die Rechtskonservativen von CDS, IL und die Rechtspopulisten der CHEGA dagegen stimmten. Doch von der Symbolik soll auf die Praxis übergegangen werden.

Warum das für Portugal so wichtig ist?

Für den BE besteht an erster Stelle „die Notwendigkeit, die Politik und die Produktionsweisen zu ändern, um die Nachhaltigkeit des Planeten zu gewährleisten“. Ferner „ist es wichtig, das System so zu ändern, dass sich das Klima nicht ändert“, und dazu sollte man bedenken, dass „nur 100 Unternehmen 71% der Treibhausgasemissionen ausstoßen“.

Portugal ist eines der Länder, die am anfälligsten für die Folgen der Klimakrise sind. Wir haben Regionen, die sehr anfällig für Waldbrände sind, und einen Wald, der nicht auf diese Risiken und die Bedürfnisse des Territoriums reagiert. Ein Teil der Küste ist einem enormen Risiko der Küstenerosion ausgesetzt.“

Das Leugnen wissenschaftlicher Beweise und damit eine Unterstützung der Rohstoffmafia, die Hand in Hand mit dem militärisch-industriellen Komplex die Ressourcen unseres Planeten plündern und dabei über Leichen – ganze Leichenberge!!! – gehen, sollte uns zu denken geben. Doch wenn wir eine neue Ausrichtung der Wirtschaft wollen, dann sollten wir auch das System des Neoliberalismus und Kapitalismus als solches in Frage stellen.

 

Greta bleibt auf halber Strecke stehen

Persönlich bin ich der Ansicht, dass sich eine neue ökologische Wirtschaftsform nur innerhalb einer solidarisch-sozialistischen Gesellschaft umsetzen lässt. „The Planet first“ lässt sich weder im Nationalegoismus, noch im nach Macht und Reichtum gierenden Kapitalismus verwirklichen. Nur eine Politik im Sinne des Allgemeinwohls kann der protestierenden Jugend eine Zukunft gewährleisten. Die Ellenbogengesellschaft, bei dem die Eliten auch noch mit gezinkten Karten spielen, führt eindeutig in die Katastrophe. Eine Zukunft, liebe Greta, wirst du in dem System das dich und viele EU-Bürger der Mittelschicht noch einlullt, nicht verwirklichen. Kapitalismus ist mit deinen Zielen und Wünschen nicht kompatibel. Wach auf, kleine Thunberg, eigentlich hast du es schon selbst erkannt. „How dare you?“ und „… Alles worüber ihr reden könnt ist Geld und Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum.“

Ja, Greta! Das ist Kapitalismus im neoliberalem Zeitalter!

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