So wird der Tod zum Geschäft oder „Es ist der Sargtischler, der immer mehr Tote wünscht!

Schwierige Entscheidungen... Wie umgehen mit dem Thema Sterbehilfe? Foto - Screenshot YouTube
Spread the love

Ein Widerspruch an die Adresse des Deutschlandradios!
Ich hörte jüngst (8. Januar 2019) im Deutschlandfunk, in der Sparte Das Feature, die Sendung „Protokoll einer letzten Reise“. Stepanie Müller-Frank, „protokolliert“ da den Weg in den Tod, den ein älteres Ehepaar, durchaus nicht besonders gebrechlich oder gar dement, bewusst mit Hilfe einer schweizerischen Sterbehilfeorganisation gehen möchte.
Fritz Theisen, Volkskorrespondent – 18. Januar 2019
Das führt natürlich zu schwierigen Konflikten und emotionalen Auseinandersetzungen, nicht zuletzt in der betroffenen Familie. Da soll sich die Tochter(!) des Ehepaares als die (vom einschlägigen Schweizer Gesetz geforderte) Zeugin zur Verfügung stellen. Sie schwankt – was nicht verwundern kann. Sie soll, möchte nicht, will wieder, soll doch nicht…. Frau Müller. Frank ist sich nun nicht zu schade, diesem Ringen der Lebenden um den Freitod der Eltern noch zu toppen mit dem Gesprächsbegehren an die Tochter nach dem Tod der Eltern. Ich fasse es nicht.
Ich finde die Sendung skandalös! Ich empfinde sie als Propaganda für Sterbehilfe. Ich bin der Auffassung: Wer es tun will, tue es selbst, aber ziehe niemanden anderen hinein, schon gar nicht öffentlich!
Die Sendung tut das Gegenteil.
Jeder Satz für mich eine Qual! Es kommt zu der Situation, wo die sterbewilligen Eheleute auf die „protokollierende“ Journalistin zugehen, um sie als diese rechtlich erforderliche Zeugin des eigenen Todes zu gewinnen. Spätestens hier hätte sie die Reportage abbrechen müssen, um sich nicht – so oder so, nolens volens – zur Akteurin dessen zu machen, was sie angeblich protokollieren will. Autorin Müller Frank schreibt: Die Tochter des Ehepaares „zögert mitzukommen, dem Pfarrer verbietet der Glaube einen Selbstmord zu begleiten, in der Nachbarschaft und im Freundeskreis soll niemand davon wissen. Also bitten sie mich, eine Fremde, ihren Tod zu bezeugen… Auf einen Schlag stehe ich vor einer schweren Entscheidung…“
Die Sterbebegleitung soll die Ärztin Erika Preisig ausführen (ich würde diese nicht als Ärztin akzeptieren). Sie sagt ganz beiläufig die Wahrheit:
Für mich wäre es das Horrorszenario, wenn jetzt ein Sohn sagt: Vater, du gehst sicher nicht ins Pflegeheim, dann erben wir nichts. Dein Haus muss verkauft werden, das Geld ist sofort weg, wenn du im Pflegeheim bist. Komm, da hat es doch noch Frau Preisig, das ist doch viel angenehmer. Du bist jetzt 80, was willst du da noch?
Das wäre für mich absolut schrecklich, wenn mir das mal passieren würde, und ich würde nachher nachträglich hören oder sogar sehen können, was hier passiert ist.“
Ja, wie will sie das denn verhindern?
Frau Preisig meint vielleicht, sich vielleicht auf ihre Menschenkenntnis verlassen zu können. Aber die Sendung hat einen Subtext: Dass das alles mal normal werden könnte und sollte. Dann aber sind da andere „Sterbehelfer“ unterwegs, je skrupelloser, desto „seriöser“ werden diese auftreten…
Angeblich geht es der Sendung um ein autonomes Sterben. Die Beteiligten führen einen wahren Eiertanz auf, um den Eindruck zu vermeiden, dass es hier in Wirklichkeit um das Gegenteil geht. Die Frau Preisig zeigt in ihren hier zitierten Worten allerdings, dass sie sehr wohl weiß, worum es langfristig wirklich geht: Um materielle Interessen, um Geld, Erbe, Immobilien, eingesparte Versicherungsprämien, nicht auszuzahlende Versicherungsleistungen und und und. Wo Geld lockt, finden sich die richtigen Geschäftemacher schnell ein!
Mir fehlt in dieser kapitalistischen Gesellschaft jedes Vertrauen, dass nicht jede noch so kleine Lockerung des Tötungsverbots umgehend in eine Geldwerte, Profit versprechende Serviceleistung verwandelt werden wird.
Das muss nicht die Frau Preisig mit ihrem Schweizer Sterbehilfe-Verein sein, obwohl der ja auch schon erkleckliche Summen zu kassieren scheint: „10.000 Franken kostet einen Ausländer der begleitete Freitod – die Abklärung mit den Schweizer Ämtern, Sarg, Leichentransport und Kremation eingerechnet.“
Es werden sich stets andere finden, die das Geld lockt! Die darauf schon warten, hören diese Sendung mit Wohlgefallen. Ein Sprichwort aus Kamerun: Es ist der Sargtischler, der sich stets mehr Tote wünscht!
Darum handelt es sich – und deshalb finde ich die Sendung skandalös, weshalb ich dagegen protestiere! Ich würde es begrüßen, dass das Thema an entsprechender Stelle im Deutschlandfunk kontrovers diskutiert wird.
 
Mitschriften der Sendung finden sich unter:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/sterben-nach-plan-protokoll-einer-letzten-reise-pdf.media.c6182dbf50cb9e7cc4e4f42abdb3fdb7.pdf
 
https://www.deutschlandfunkkultur.de/sterben-nach-plan-protokoll-einer-letzten-reise-textversion.media.abe8fef8c5487a1d2e8fa18e7c707996.txt
Die Sendung lässt sich dort auf der DLF-homepage
https://www.deutschlandfunkkultur.de/protokoll-einer-letzten-reise-sterben-nach-plan.3720.de.html?dram:article_id=433780
auch nachhören.
 
Weitere Volkskorrespondenzen von Fritz Theisen
 
Erstveröffentlichung heute oder vor wenigen Tagen in der Gruppe Volkskorrespondenz. Weiterveröffentlichung nur für Partner/innen der Gruppe Volkskorrespondenz.
Bilder und Bildunterschriften wurden komplett oder zum Teil von der Redaktion AmericanRebel hinzu gefügt.
 
Für den Inhalt dieses Artikels ist ausschließlich die Autorin bzw. der Autor verantwortlich.
Veröffentlichungen sind nur angeschlossenen Medien der Gruppe-Volkskorrespondenz gestattet.
 

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*