So viel geben die USA wirklich für das Militär aus

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Offiziell sind es 750 Milliarden Dollar, die ins US-Militär fließen. In Wirklichkeit jedoch sind es viel mehr Finanzmittel. Eine Übersicht. 

Marco Maier – 9. Mai 2019

In ihrer jüngsten Haushaltsanfrage forderte die Trump-Administration für das Pentagon und die damit zusammenhängenden Verteidigungsaktivitäten fast rekordverdächtige 750 Milliarden US-Dollar. Das ist eine erstaunliche Zahl in jeder Hinsicht. Sollte das Budget vom Kongress verabschiedet werden, wird es sogar eines der größten Militärbudgets in der amerikanischen Geschichte sein. Es wird sogar die Spitzenwerte während des Korea- und des Vietnam-Krieges übertreffen. Und denken Sie daran: 750 Milliarden Dollar machen nur einen Teil der tatsächlichen jährlichen Kosten des amerikanischen nationalen Sicherheitsstaates aus.

Es gibt mindestens zehn verschiedene Geldtöpfe, um Kriege zu führen, sich auf weitere Kriege vorzubereiten und sich mit den Folgen bereits geführter Kriege auseinanderzusetzen. Die genaue Übersicht in englischer Sprache finden Sie hier unter diesem Link. Wenn die Kriegstreiber in der US-Politik behaupten, das US-Militär sei unterfinanziert, strafen die folgenden Zahlen sie Lügen. Zahlen, die das tatsächliche Ausmaß der US-Kriegsmaschinerie verdeutlichen.

Milliarden über Milliarden

Es gibt das Basisbudget des Pentagons, welches für das Fiskaljahr 2020 insgesamt 554,1 Milliarden Dollar umfassen wird. Hinzu kommt das Kriegsbudget von insgesamt 173,8 Milliarden Dollar, womit wir schon bei 727,9 Milliarden sind. Auch das Energieministerium gibt Geld für den amerikanischen Militärapparat aus. Insgesamt 24,8 Milliarden Dollar gehen in die Forschung und Entwicklung von Nuklearsprengköpfen und die Verwaltung des Atomwaffenarsenals drauf. Damit sind wir schon bei 752,7 Milliarden Dollar.

Weitere 9 Milliarden Dollar fließen in die „defense-related activities“ anderer Bundesbehörden wie das FBI oder die Homeland Security. Damit sind wir bei 761,7 Milliarden Dollar. Auch schon ein Rekordwert und das, was traditionell in die Militärausgaben miteinberechnet wird. Und was gehört noch dazu?

Da haben wir das Geld für die Kriegsveteranen (und von denen haben die Amerikaner Dank ihrer unzähligen Kriege mehr als genug). Diese Finanzmittel führt man unter dem Budgetpunkt „Veterans Affairs“ und umfassen im kommenden Haushaltsjahr 216 Milliarden Dollar. Damit sind wir schon bei 977,7 Milliarden an Militärausgaben.

Auch das US-Heimatschutzministerium (Homeland Security), welches nach den Anschlägen von 9/11 gegründet wurde, ist eigentlich ein nationaler Verteidigungsapparat. Ihm sind unter anderem die Küstenwache, die FEMA, der Grenzschutz und der Secret Service unterstellt. Dieses Ministerium hat 69,2 Milliarden Dollar zur Verfügung, was die Gesamtsumme schon auf 1.046,9 Milliarden Dollar hebt.

Unsummen für den Kriegsapparat

Nimmt man noch die weiteren Ausgaben im Bereich „internationale Angelegenheiten“ (darunter auch finanzielle Unterstützung für alliierte Truppen) und die Geheimdienste (immerhin 17 an der Zahl) hinzu, sind wir schon bei knapp 1,1 Billionen Dollar. Und dann sind da noch die Zinsen für die US-Staatsschulden. Da das Militär auch für einen Großteil der Schulden mitverantwortlich ist, muss das ebenfalls miteinkalkuliert werden. Und deren Anteil liegt bei 156,3 Milliarden Dollar. Damit liegen die breiter gerechneten Militär- und Verteidigungsausgaben bei mehr als 1,25 Billionen Dollar.

Zum Vergleich: Das deutsche Bundesbudget liegt in diesem Jahr bei umgerechnet knapp über 400 Milliarden Dollar. Das ist ein Drittel dessen, was die Amerikaner in ihren ganzen Militärkomplex fließen lassen.

 

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