Rüstungsexportrichtlinien gelten kaum noch für die VAE

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Große Koalition pfeift auf Moral und Ethik
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Kein geringerer als der drittgrößte Waffenexporteur beugt sich dem emsigen Treiben der Aggressionen im kriegerischen Konflikt zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und dem Jemen, die Bundesregierung genehmigt Waffendeal für die Emirate. Ein Fauxpas gegenüber sämtlichen Friedensbemühungen, die somit ad absurdum geführt werden, wie sowohl die Grünen als auch die Linken zu Recht gen GroKo rügen.

Lotar Martin Kamm – 7. Oktober 2019

Wer sich dermaßen simpel von den Amis oder den Franzosen gängeln läßt, sollte besser in sich kehren, ob da nicht etwas grundlegendes verkehrt läuft, unabhängig davon, daß man Waffendeals in einen solchen Krieg ohnehin ethisch und moralisch keinesfalls verantworten kann. Wer das ignoriert, offenbart nicht nur geschäftsmäßige Kaltschnäuzigkeit, sondern gibt sein Gewissen an der Pforte ab.
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Koalitionsvertrag mißachtet?

Das scheint sich die Union ziemlich offensichtlich leisten zu können, während die SPD sich eher wegduckt, kleinlaut beigibt, sich einfach fügt. Ob ihrer fliehenden Wählerschaft wegen, oder weil man schlichtweg das jähe Ende der GroKo aus machtpolitischen Gründen nicht riskieren will, bleibt mal dahingestellt. Faktisch leiden vor Ort auf saudi-arabischer Halbinsel mehrere Millionen Menschen!

Profitable Rüstungsgeschäfte setzen sich somit durch, das Leid wird ignoriert oder zumindest kleingeredet. Eine Union hat ohnehin ihr C in beiden Parteinamen längst verwirkt, mit dem Christentum kann man eine dermaßen unmoralische Politik nicht mehr vertreten.
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Die Rechnung des Wettrüstens scheint aufzugehen

Ein Armutszeugnis, obendrein den Weltfrieden erheblich gefährdend. Das offenbarte bereits die letztmalige Münchner Sicherheitskonferenz mit fatalen Signalen, Machogehabe ohne jedwede Gewissensbisse, Deutschland zwischen den Fronten des Wettrüstens.

Dabei gab es etliche Gelegenheiten, jener gefährlichen Spirale etwas entgegenzusetzen, gerade weil Deutschland stets betont hatte, von seinem Boden würde nie wieder Krieg ausgehen. Anstatt auch Uncle Sam jede militärische Handhabe hierzulande zu unterbinden, spätestens mit der deutschen Wiedervereinigung gab es eine hervorragende Gelegenheit, berief man sich aufs Nato-Bündnis, die USA, die alles andere als friedliche Absichten hegen.

So long, alles beim Alten. Der ewige Ost-West-Konflikt wird weitergeköchelt, manche andere Großmächte gesellen sich hinzu wie z.B. die VR China, während im Nahen und Mittleren Osten erst recht kräftig gezündelt wird.
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Erstveröffentlichung in „Makadomo“ vor wenigen Tagen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers und des Autors.
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Über den Autor: Lotar Martin Kamm – im September 1957 im Schwabenländle geboren, aufgewachsen in einer Schauspielerfamilie in Schottland und im Rheinland, suchte als junger Mensch, neugierig Spanien auf und kam schließlich zunächst, um der Wehrpflicht zu entgehe, in Westberlin an. Auf der weiteren Suche der Selbstfindung fand er die Punkmusik, als zweite große Liebe. Seine Erste fand er in seiner Frau Doris und als zweifacher Vater und schließlich auch gelernter Möbeltischler, gestaltete er Holz, auch in Form von Skulpturen und Bildern. 1988 entflohen er der Großstadt, um den Töchtern das Land zu gönnen, wo er auch am Schloßtheater Neuwied als Bühnentischler eine neue Aufgabe fand. Aus gesundheitlichen Gründen besinnte er sich des Schreibens, was seinen Anfang schon
in der Jugendzeit mit Gedichten und Kurzgeschichten genommen hatte. Es fand seine Fortsetzung anfangs über Online-Journalismus und mündete in das Bedürfnis, wieder Gedichte und Kurzgeschichten zu verfassen. Seine erste Sammlung von Kurzgeschichten unter dem Titel „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ erschien 2016. Der erste Gedichtband mit dem Titel „Menschen nur noch Zaungäste und andere Gedichte“ ein Jahr danach.

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Dabei muss es sich nicht grundsätzlich um die Meinung der Redaktion handeln.

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