Rechtsextremer Terrorist von Christchurch zu Lebenslänglich verurteilt – Doch der Wahnsinn ist weiter in Freiheit

Moschee in Christchurch, Neuseeland - Sceenshot YouTube

Rui Filipe Gutschmidt – 27. August 2020

Rui Filipe Gutschmidt

Der Rechtsextreme Terrorist Brenton Tarrant wurde nach einer viertägigen Verhandlung zu einer lebenslänglicher Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Sein mörderischer Amoklauf in zwei Moscheen in Christchurch, Neuseeland im vergangenen Jahr führte zu 51 Mordanklagen und 40 Anklagen wegen versuchten Mordes. Er hatte sich voller Stolz für seine unmenschliche Tat für schuldig bekannt.

Bei einem Beitrag auf „Welt-Post“ wird die Verhandlung gegen den australischen Massenmörder beschrieben. Im neuseeländischen Gerichtssaal waren die Nerven der Angehörigen der Opfer extrem angespannt. Die emotionale Kälte des Attentäters machte den Anwesenden zu schaffen.

„Der Australier Brenton Tarrant, 29, hat sich in 51 Mordanklagen, 40 Anklagen wegen versuchten Mordes und einer Anklage wegen der Begehung einer terroristischen Handlung im Zusammenhang mit dem Massaker in der Stadt Christchurch, das er auf Facebook im Livestream übertrug, für schuldig bekannt.

Attentäter Brenton Tarrant Christchurch, Neuseeland – Sceenshot YouTube

Mit Handschellen gefesselt und in grauer Gefängniskleidung, saß Tarrant die meiste Zeit des Vormittags, am ersten Tag seiner viertägigen Verhandlung, mit verschränkten Händen da. Er zeigte wenig Emotionen und schaute direkt auf diejenigen, die Aussagen über die Auswirkungen auf die Opfer machten.

Staatsanwalt Barnaby Hawes sagte, Tarrant habe der Polizei nach seiner Verhaftung gesagt, er wolle in der muslimischen Bevölkerung Angst erzeugen.

„Er beabsichtigte, denen, die er als Eindringlinge bezeichnete, Furcht einzuflößen, einschließlich der muslimischen Bevölkerung oder allgemeiner nichteuropäischer Einwanderer“, sagte Hawes.

Tarrant drückte auch sein Bedauern darüber aus, nicht noch mehr Menschen getötet zu haben und gab an, er habe geplant, die Moscheen niederzubrennen, so Hawes weiter.

Der Schütze verbrachte Jahre damit, leistungsstarke Schusswaffen zu kaufen, erforschte die Grundrisse von Moscheen, indem er eine Drohne über sein Hauptziel flog, und setzte seine Angriffspläne am 15. März zeitlich so um, dass er möglichst viele Opfer hatte, sagte der Staatsanwalt.

Der Schütze begab sich etwa zwei Monate vor dem Angriff nach Christchurch und flog eine Drohne direkt über die Al-Noor-Moschee, wobei er sich auf die Ein- und Ausstiegspunkte konzentrierte.

Während sich die meisten Opfer von Tarrant in der Al-Noor-Moschee befanden, griff er eine zweite Moschee an, bevor er auf dem Weg zu einer dritten Moschee festgenommen wurde.
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Die rechtsextremen Ideologien beruhen auf Hass und Gewalt

Die Angriffe lösten einen weltweiten Ausbruch von Trauer, aber auch Untersuchungen aus, wobei die Online-Plattformen reguliert wurden, nachdem der damals 28-Jährige kurz nach dem Hochladen eines Manifests die Schießerei in der Moschee live übertragen hatte.

Gamal Fouda, Imam der Al Noor-Moschee, sagte Tarrant, er sei „irregeleitet und getäuscht“ und sein Hass sei unnötig.

„Ich kann der Familie des Terroristen sagen, dass sie einen Sohn verloren haben, und auch wir haben viele aus unserer Gemeinschaft verloren“, sagte Fouda. „Ich respektiere sie, weil sie genauso leiden wie wir.“

Die Sicherheitsvorkehrungen außerhalb des Gerichts sind streng, mit Polizeihunden, die auf den Straßen herumlaufen, und Scharfschützen auf den Dächern, wie Fernsehaufnahmen zeigten.

Da aufgrund des wiederauftretenden Coronavirus in Neuseeland Maßnahmen zur sozialen Distanzierung ergriffen wurden, befindet sich im Hauptgericht eine kleine öffentliche Galerie, auf der Überlebende und Familien der Opfer in sieben überfüllten Gerichtssälen das Verfahren verfolgen können.

Live-Berichterstattung aus dem Gerichtssaal ist verboten, und es wurden andere Einschränkungen für das, was die Medien berichten dürfen, eingeführt.

Der Richter am Obersten Gerichtshof, Cameron Mander, sagte, er habe mehr als 200 Erklärungen über die Auswirkungen auf die Opfer sowie Stellungnahmen von verschiedenen Organisationen erhalten.

„Ich habe sie alle gelesen“, sagte Mander, nachdem Überlebende und Familienmitglieder der Opfer Gelegenheit hatten, vor dem Gericht zu sprechen.

Eine Verurteilung wegen Mordes ist zwingend mit einer lebenslangen Haftstrafe verbunden. Der Richter hat eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Bewährung verhängt, eine Strafe, die in Neuseeland bis heute noch nie angewandt wurde“.

Es ist eine gnadenlose Weltanschauung, bei der ein ewiger Kampf zwischen Rassen, Völkern, Nationen oder Religionen stattfindet. Den Menschen wird vorgemacht, das „WIR“ uns gegen „DIE“ schützen müssen. Am Ende werden „WIR“ siegreich sein, weil wird „auserwählt“ oder „genetisch, moralisch und kulturell überlegen“ sind.

All das sind aber Lügen, um die Menschen zu manipulieren. Ziel ist es einen „Führer“, „Messias“, „Retter“ und dessen Hintermänner an die Macht zu bringen. Der Anti-Kommunismus, Anti-Sozialismus, Anti-Liberalismus sind ein nebeneffekt, weil diese Ideologien das genaue Gegenteil der Rechten sind. Linke wollen den Frieden zwischen allen Menschen dieser Erde. Die linke Gesellschaftsordnung kennt keine „überlegene Rasse“. Alle Menschen haben gleiche Rechte und Pflichten gegenüber der Weltgemeinschaft…

Dabei sind Leute, wie Brenton Tarrant nur das Werkzeug derjenigen, die diesen Wahnsinn verbreiten. So ist der Attentäter hinter Gittern, doch der Wahnsinn ist noch immer auf freiem Fuß.

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