Ramstein: Größte US-Munitionslieferung seit 20 Jahren

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Die größte Munitionslieferung des US-Militärs nach Europa seit dem Jugoslavien-Krieg vor rund 20 Jahren wirft Fragen auf. Auf was bereiten sich die Amerikaner vor? 

Marco Maier – 29. Oktober 2018
Wie die U.S. Air Force mitteilt, wurden alleine im Oktober rund 100 Container mit verschiedenen Sorten an Munition an die 86th Munitions Squadron auf der Ramstein Air Base in Deutschland geliefert. Das ist die größte Munitionslieferung seit nunmehr rund 20 Jahren, als die NATO völkerrechtswidrig Jugoslavien bombardierte. Das war 1999.
Laut der Pressemitteilung ist das Verteidigungsministerium dadurch in der Lage, „schnell auf Bedrohungen durch aggressive Akteure zu reagieren“. Was so passiv klingt ist angesichts der zunehmend aggressiven Politik Washingtons gegenüber Moskau jedoch pure Heuchelei, zumal die NATO Russland bedroht und nicht umgekehrt.
Der Sprecher der Air Force, Master Sgt. David Head verwies auf die 78-tägige NATO-Operation über Jugoslawien, um serbische Militärposten und Städte wie Belgrad zu bombardieren, als er sagte, dass dies „die größte Lieferung ihrer Art seit der Operation Allied Force“ im Jahr 1999 sei. „Die Munition, die wir erhalten haben, wird für zukünftige Truppenübungen und die sich entwickelnde US-europäische Kommandopräsenz verwendet“, fügte er hinzu.
Interessanterweise erwähnte die Presseerklärung sogar potentielle Unterstützungslieferungen für Afrika, wo US AFRICOM schnell expandierte. Laut einem weiteren US-Beamten: „Wir sind ein bedeutender Airlift-Hub für US-Luftstreitkräfte in Europa – Air Forces Africa, also unsere Hauptaufgabe ist es, Munition dorthin zu bringen, wo sie pünktlich vorhanden sein muss.“
Allerdings darf man auch den US-Truppenaufbau in Europa nicht vergessen, der seit Ausbruch und Verfestigung der Ukraine-Krise 2014 andauert. Tausende von NATO-Truppen und schweren Waffen wurden seither in den baltischen Staaten, Polen und Südosteuropa eingesetzt, auch mit großen und regelmäßigen Übungen. Washington und NATO-Vertreter haben als Grund für die Konzentration der Streitkräfte „aggressives Verhalten“ aus Moskau angeführt.

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