Putin hat Russland kräftig aufgerüstet und schaffte dabei eine Zeitbombe

Das russische Atom-U-Boot Vladimir Monomakh. © Sputnik . Ildus Gilyazutdinov

Gespart hat das russische Militär in den letzten Jahren nicht was Aufrüstung betraf. Alles was mächtig und bedrohlich klang wurde entwickelt und hergestellt. Doch jetzt häufen sich die Schulden in der russischen Rüstungsindustrie, so der Vizepremierminister Yuri Borisow

Freiherr von Tollenz – 20. Juli 2019

Hyperschallwaffen, Raketenabwehrsysteme, geheimnisvolle Kampfjets und Atom-U-Boote. Alles tolle Sachen die eine Supermacht braucht, jedoch gibt es da ein Problem, alle diese Sachen kosten auch Geld und zwar nicht wenig.

Spätestens seit der Krimkrise galt jedoch eins: Dem Westen zu zeigen, dass man sich mit Russland lieber nicht anlegen sollte. Also blähte sich der schon üppige Verteidigungshaushalt nochmals ordentlich auf. So gaben die Russen schon im Jahr 2016 zirka 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukt für das Militär aus. In Deutschland waren es vergleichsweise im letzten Jahr nur 1,4 Prozent.

Jetzt häufen sich aber die Schulden in der russischen Rüstungsindustrie. Das soll daran liegen, weil der russische Staat erst dann die Unternehmen bezahlt wenn das Produkt fertig ist. Bis dahin müssen die Unternehmen sehen das Kosten für Material und Entwicklung mit Darlehen finanziert werden. Hier fallen nochmal 10 Prozent Zinsen jährlich an. Borisow kritisierte, dass die Finanzindustrie am Ende viel mehr Profit einfahren würde, bei den Rüstungsdeals, als die Waffenhersteller selbst. Jetzt drohen schon einige pleite zu gehen.

Angeblich haben sich Schulden schon dermaßen aufgetürmt, dass es schon auf so viele Jahre läuft, dass letztendlich eine vollständige Rückzahlung nicht mehr möglich wird.

Diese Zeitbombe geht jetzt hoch“, sagte Konstantin Makienko von der Moskauer Denkfabrik Center for Analysis of Strategies and Technologies.

Putin weiss wie wichtig es ist, dass seine Rüstungsindustrie weiterhin wohl erhalten bleibt. Denn ohne diese gibt es auf der Weltbühne keinen „Starken Mann“ mehr, weil es dann auch kein starkes Militär mehr geben kann. Somit läuft Russland Gefahr seine Rüstungsindustrie und seine Macht zu verlieren. Da stellt sich die Frage ob die Finanzmärkte, die von reichen russischen Oligarchen beherrscht wird, sich überhaupt für das Problem interessiert.

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