Neues Erdbeben (6,8) auf den Philippinen – Behörden warnen vor einem Megabeben

Erdbeben auf Mindanao - Philippinen - Screenshot YouTube

Rui Filipe Gutschmidt – 16. Dezember 2019

Auf dem südlichen Teil der Insel Mindanao wurde gestern (15. Dezember 2019) erneut ein heftiges Erdbeben mit einer Magnitude von 6,8 gemessen. Viele haben Angst vor einem großen Beben. Die Möglichkeit, dass ein Megabeben von über 8,0 auf der Richterskala die Region verwüstet, besteht leider tatsächlich.

In der Region lebt seit ein paar Jahren mein Freund, der freie Journalist, Buchautor Marco Maier, der mir alles zu dem Thema Online-Magazine beigebracht hat. So schreibt Marco Maier:

Am gestrigen Sonntag erschütterte ein Erdbeben mit der Magnitude 6,8 mit dem Epizentrum in der Provinz Davao del Sur das südöstliche Mindanao, gefolgt von mehreren Nachbeben mit einer Magnitude von 5,0 und höher. Mehrere Menschen wurden dabei getötet, darunter ein 6-jähriges Mädchen, welches von einer umstürzenden Wand erschlagen wurde.“

In der zwei Autostunden von Marcos Wohnort entfernten Stadt Padada in der Provinz Davao del Sur, wurden der lokalen Presse zufolge zwei Frauen unter einem eingestürzten Marktgebäude erst vor wenigen Stunden tot aus den Trümmern geborgen, während weitere sechs Personen dort noch weiterhin als vermisst gelten. Desweiteren wurden dutzende Menschen teils schwer verletzt.

Im Oktober gab es drei Beben mit einer Magnitude von über 6,0 und weiteren 11 Beben mit einer Magnitude von mindestens 5,0 in der benachbarten Region um Tulunan (Provinz Cotabato), wobei das Epizentrum dieses neuen Bebens jetzt weiter östlich lag. Die Beben im Oktober forderten auch mehrere Menschenleben und hinterließen Spuren an Gebäuden und in den Köpfen der Menschen dort.

Marco schreibt dazu: „Nachdem viele der Erdbebenschäden vom Oktober in der Region noch nicht behoben wurden, sorgte dieser Tremor für weitere Verwüstungen und Schäden an der Infrastruktur. Schulen, Wohngebäude, Brücken, Straßen und so weiter wurden teils massiv in Mitleidenschaft gezogen. Viele Menschen in der Region zogen es letzte Nacht vor, im Freien zu schlafen um im Falle von stärkeren Nachbeben nicht überrascht zu werden.

Die Seismologen von PhilVolcs geben allerdings keine Entwarnung. Die Möglichkeit eines stärkeren Erdbebens bleibe bestehen. Gerade in diesem Gebiet von Cotabato bis Davao del Sur sind mehrere Verwerfungslinien. Kollabiert eine davon, droht unter Umständen sogar ein Beben mit einer Magnitude von 8,0 und mehr – und das in einer Region mit mehr als zwei Millionen Einwohnern.

Angesichts der durch die mehreren Beben ohnehin schon geschwächten baulichen Strukturen und der vielen Baumängel (wo sich Bauunternehmer an Geldern bedienen und minderwertige Materialien verbauen) wäre dies wohl eine Katastrophe, die tausende Menschenleben fordern könnte.“

So ist die Gier auch an diesem paradiesischen Ort für den Verlust an Menschenleben verantwortlich. Bleibt die berechtigte Frage, ob die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Auch Marco konnte mir nicht sagen, ob die Justiz in dem vom Rechtspopulisten Duterte regierten Land hier handeln wird. Das Militär hat laut meinem Freund jedenfalls kein schweres Gerät für Einsätze im Katastrophenschutz. Auch vom Ausland kam keine Hilfe und es ist schwer einzuschätzen ob Duterte keine Hilfe anfordern will oder ob es den Helfern nicht genug Tot und Zerstörung gab, um einen Einsatz zu rechtfertigen. Ich denke mal, dass in einer Erdbebenregion wie dieser, die Staaten etwas weniger in Waffensysteme und etwas mehr in Gerätschaften für die Rettungsdienste investieren sollten. Vielleicht sollte man Duterte mal daran erinnern, wenn er sich das nächste mal als Beschützer des Volkes aufführt.
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