NATO – 70 Jahre im Dienst der US-Wirtschaftsinteressen – Das Monster lebt

70 Jahre NATO - CC 0 Public Domain
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Am 4. April 1949 wurde in Washington der Nordatlantikpakt (NATO) von seinen 12 Gründerstaaten unterschrieben. 70 Jahre danach trafen sich die Außenminister der jetzigen Mitgliedstaaten an gleicher Stelle, um, mit US-Staatssekretär Mike Pence als „Hausherr“, über die Herausforderungen der Allianz zu beraten. Das „Monster“ will gefüttert werden!

Rui Filipe Gutschmidt – 11. April 2019

Die NATO gibt sich immer gerne als „Verteidiger der freien Welt“. Dabei war das Bündnis von Anfang an ein cleveres Geschäftsmodell, um auch nach Ende des 2. Weltkriegs einen lohnenden Markt für die Rüstungsindustrie erhalten zu können. Millionen Arbeiter erwirtschafteten Milliardengewinne in einem Krieg, an dessen Ende weite Teile der Welt in Trümmern lag. Die NATO und das Wettrüsten des kalten Kriegs vermieden einen radikalen Bruch beim Übergang in eine „Friedenswirtschaft“.

Dabei wurde ein Wettrüsten ausgelöst, mit dem der „Ostblock“ dazu gezwungen wurde einen beträchtlichen Teil seiner Wirtschaftskraft weiterhin für die Rüstungsindustrie aufzuwenden. Der Wiederaufbau Russlands und ganz Osteuropas wurde dadurch verzögert. Der Warschauer Pakt wurde als Antwort auf das westliche Bündnissystem gegründet. Alles nur strategisches Kalkül. Die USA, mit Ausnahme von Pearl Habor, den Philippinen und den Inseln im Pazifik (wie das Bikini-Atoll, dass zum Testgebiet für Atombomben wurde), blieb von direkten Kriegsfolgen verschont. Sie hatten also genug Geld für den Marshallplan und sie sicherten ihre „Investition“ militärisch durch die NATO ab.

Nach dem „Kalten Krieg“, dem Ende der Sowjetunion und des Warschauer Pakts, war die NATO plötzlich obsolet. Doch wenn Milliarden Dollar auf dem Spiel stehen, wird man erfinderisch. „Neue Aufgaben“, so hieß es, würden das Bündnis erwarten, dass sich immer weiter nach Osten ausbreitete. Zur Not bricht man mal eben einen Krieg vom Zaun und wenn man dafür Beweise für Massenvernichtungswaffen erfinden muss. Hauptsache die Einsatzfähigkeit von Flugzeugen, Panzern und anderen Waffensystemen kann in einem Kriegsszenario getestet und präsentiert werden.

Russland – das alte Feindbild ist wieder da

Das jetzige Treffen hatte unter anderem das Verhältnis zu Russland zum Thema. Durch die westliche Aggression herausgefordert und bedroht, suchten die Russen nach einem Präsidenten, der dem „Monster“ namens NATO die Stirn bieten konnte. Mit Vladimir V. Putin fand Russland einen Mann, der sich der übermächtigen NATO entgegenstellte und der westlichen Arroganz damit einem Dämpfer versetzte. Seither nimmt die Aggressivität der NATO gegen Russland immer weiter zu.

Doch das „Bündnis“ bröckelt. Der neue US-Präsident, der im Wahlkampf noch gegen „die kostspielige, überflüssige NATO“ schimpfte, nutzt seine „Verbündeten“ inzwischen, genau wie alle anderen Präsidenten vor ihm, gnadenlos aus. Sein unverblümtes „ihr zahlt zu wenig“, „die USA wird nicht länger die Weltpolizei spielen“ und „andere müssen jetzt ihren Beitrag leisten“, klang nach seiner Wahl schon ganz anders. Denn Trump begriff nach seinem Amtsantritt, dass Amerikas lukrativster Wirtschaftszweig der Krieg ist.

Die US-Wirtschaftsinteressen liegen in der Sicherung von Rohstoffen und Absatzmärkten. Dabei hat die „Supermacht“, mit der NATO und anderen Verbündeten im Rücken, seit je her ihr Augenmerk auf Öl, Kohle, Eisen, Kupfer und Uran gelenkt. Aber neben Energieträgern und Grundbausteinen menschlicher Zivilisation, sind diese Rohstoffe auch die Basis für die Kriegsmaschinerie, die ihrerseits die Rohstoffe auch mit Gewalt unter westliche Kontrolle bringt.

Wenn man jetzt aber glaubt, dass die NATO nur eine Art „Investition“ des westlichen Großkapitals ist, der irrt gewaltig. Es ist die Rüstungsindustrie, die von großzügigen, ständig Milliarden US Dollar in neue Waffensysteme pumpende NATO-Staaten und Bündnispartnern abhängig ist. Ein (fast) in sich geschlossenes System, dass nichts mit „Verteidigung der freien Welt“ zu tun hat, sondern nur mit Profit.

Jeder Kampfeinsatz, jeder Bombenangriff auf ein „Terroristenausbildungslager“, jeder kleine oder große Krieg der USA, mit oder ohne Hilfe nur allzu williger NATO-Partner oder anderer Verbündeter (Israel, Saudi-Arabien, Australien…), ist eine Vorführung der Waffensysteme von Lockheed-Martin, Boeing und so weiter.

…und die Moral von der Geschicht‘? Solange Profit vor Menschenleben gestellt wird, werden Regierungen weiter Armeen und Militärbündnisse mit unseren Steuern finanzieren, die Rüstungsindustrie reich machen, um dann mit diesen in widerrechtlichen Angriffskriegen die Rohstoffe für dieses Gebilde zu sichern. Gebilde? Manche nennen es den „militärisch-industriellen Komplex“, man könnte es aber auch als Monster bezeichnen. Ein Monster, dass unzählige Leben auslöscht und Seelen verschlingt…

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