Löschflugzeug stürzt in Nordspanien ab – Veraltete Technik bei Waldbränden gefährdet Menschenleben und Naturschutz

Canadier nach Absturz auf spanischem Gebiet. Unser Beileid den Angehörigen des Piloten und gte Besserung dem Copiloten - Screenshot YouTube

Rui Filipe Gutschmidt – 8. August 2020

Rui Filipe Gutschmidt

Ein Löschflugzeug Canadair stürzte während der Brandbekämpfung im Peneda-Gerês-Nationalpark im Lindoso-Gebiet bei Ponte da Barca ab. Es ist ein portugiesisches Flugzeug, in dem zwei Piloten sassen. Einer der Piloten überlebte die Verletzungen nicht und starb, während der andere schwer verletzt überlebte. Die Löschtechnik hat sich in den letzten 60 bis 70 Jahren kaum geändert, was immer wieder zu Unfällen führt und Menschenleben sowie Sach- und Umweltschäden zur Folge hat. Aber muss das sein?

Eine Quelle des Zivilschutzes bestätigte, dass ein 65-jähriger portugiesischer Pilot trotz der Rettungsversuche von Mitgliedern des Nationalen Instituts für medizinische Notfälle (INEM) am Unfallort verstarb. Der spanische, 39-jährige Copilot wurde vor Ort notversorgt und liegt derzeit in einem „ernstem Zustand“ im Krankenhaus von Viana do Castelo.

Die Maschine vom Typ „Canadier“ stürzte, „etwa ein, zwei Kilometer von der Grenze zu Portugal entfernt“ auf spanischem Gebiet ab, nachdem das Löschflugzeug vom Centro de Meios Aéreos de Castelo Branco an Operationen zur Brandbekämpfung im Nationalpark Peneda Gerês, Gemeinde Lindoso, Bezirk Viana do Castelo, teilnahm.

Lindoso Stausee teils in Spanien, teils in Portugal – Foto von Rui Gutschmidt CC BY-SA 2.0

Pedro Araújo vom portugiesischen Zivilschutz erklärte in Aussagen gegenüber dem TV-Sender TVI24, dass das Flugzeug nach der Aufnahme von Löschwasser im Stausee des Lindoso abgestürzt sei. Er bestätigte, dass es sich um ein portugiesisches Flugzeug handelt, dass zum Luftverkehrszentrum Castelo Branco gehört.

Laut der Website der Nationalen Behörde für Notfall- und Katastrophenschutz bekämpften mehr als 100 Feuerwehrleute mit 28 Fahrzeugen und 10 portugiesischen und spanischen Luftmitteln, bis 12:00 Uhr das Feuer, das seit 5:19 heute früh im Nationalpark Peneda-Gerês wütete.

Duarte Caldeira, Präsident des Studienzentrums für Zivilschutz, ist der Meinung, dass es „Zeit für eine Reflexion“ über den Nutzen und Wirkung von Löschflugzeugen, -Helikoptern in der Topographie der Waldbrände in Portugal wäre. Die schweren Maschinen, die in den Bergregionen mit unterschiedlicher Vegetation schlecht manövrieren können ist, so Duarte Caldeira, seit vielen Jahren schon Anlass zu Diskussionen innerhalb der Verantwortlichen für den Zivilschutz in Portugal.

Der Unfall zeigt mal wieder, wie veraltet die Löschflugzeuge sind, die in ganz Südeuropa Jahr für Jahr Brände löschen. Die Canadier wird schon seit Jahren nicht mehr gebaut und so ist eine Instandhaltung sicherlich auch nicht leicht. 2017 war ich bei dem Versuch dem portugiesischen Staat eine neue Löschmethode anzubieten dabei, die an den installierten Interessen scheiterte, durch die sich einige eine goldene Nase verdienen. Das dabei Menschen ihr Leben verlieren und jedes Jahr Wälder, Häuser, landwirtschaftliche Produktionsstätten in Flammen aufgehen, scheint gewissen Leuten kein schlechtes Gewissen zu bereiten.

CWFS im Flugzeugmodus – Schmidt Brandschutz und Löschtechnik

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