Klimawandel lässt Portugals Wälder brennen – Regierung ruft Waldbrandalarm aus

Feuerhölle von Pedrogão Grande 15 Okt 2017 screenshot YouTube
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Im Norden Portugals wüten derzeit die ersten großen Waldbrände des Jahres bei sommerlichen Temperaturen und starkem Wind. Die Regierung hat bis Sonntag, 31. März, Waldbrandalarm ausgerufen, da ein Hochdruckgebiet ungewöhnlich warme und trockene Luft mit starkem Wind aus dem Inland mit sich bringt. Die Brände werden Jahr zu Jahr schlimmer. Warum aber und was kann man da tun?

Rui Filipe Gutschmidt – 28. März 2019

Rund 380 Feuerwehrleute mit mehr als hundert Fahrzeugen bekämpften gestern in den frühen Morgenstunden in Oliveira de Azeméis, südlich von Porto, einen Waldbrand, der um 3.30 Uhr begonnen hatte. Das Feuer wütete zeitweise völlig unkontrolliert und bedrohte die Häuser einiger Dörfer. Starke Winde verstärkten das Feuer immer wieder, was die Arbeit der Feuerwehr entsprechend erschwerte.

Dieses Feuer brannte den ganzen Tag und wurde erst gegen 23:00 Uhr unter Kontrolle gebracht. Von meiner Wohnung aus konnte ich das Leuchten dieses Feuers sehen und ich dachte nur „das fängt ja gut an“. Doch seit gestern brennen mehrere Feuer im ganzen Land und da die Wetterlage ideal für das Auftreten großer Waldbrände ist, hat Portugals Regierung den Waldbrandalarm ausgerufen. Dadurch werden Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und so weiter in höchste Alarmbereitschaft versetzt und zusätzliche Brandschutzregeln treten in Kraft.

Normalerweise beginnt die „Brandsaison“ erst Anfang Mai, aber in letzter Zeit erlebt Portugal wie die ersten Großbrände von Jahr zu Jahr früher beginnen. Dies geht selbstredend einher mit Hitzewellen, Trockenheit und, wie in diesem Fall, starke Winde die das schnelle Ausbreiten der Flammen begünstigen. Dies ist eine Folge der konstanten Zunahme der Wetterextreme oder einfacher gesagt, des leider immer noch von vielen geleugneten Klimawandels.

In Portugal und Spanien bedeutet dies vor allem immer weniger Regen, steigende Temperaturen und häufiger auftretende extreme Wetterphänomene wie spontan auftretende Tornados, starke Stürme – darunter auch den Atlantik überquerende Hurrikans – und heftige Gewitter mit Hagel und große Niederschlagsmengen die lokale Überschwemmungen verursachen.

Von allen Auswirkungen dieser Folge menschlichen Versagens sind die alljährlichen Brände die schlimmsten. Aber es sind auch die am leichtesten zu vermeidenden Katastrophen. Denn die meisten Feuer sind das Resultat von Brandstiftung oder Fahrlässigkeit. Portugals Polizei hat zwar Erfolge zu verzeichnen, aber der Rückgang bei den absichtlich gelegten Feuern reicht nicht aus um die Gesamtzahl der Brände zur verringern.

Obwohl auch trockenes Gestrüpp rings um die Häuser und an den Straßenrändern entfernt wird, harte Strafen drohen und Freiwillige die Wälder überwachen und so ein Frühwarnsystem bilden, ist es bislang nicht gelungen Anzahl und Größe der Brände zu verringern. Denn die genannten Faktoren, Trockenheit, Hitze, Wind und Extremwetterlagen, nehmen exponentiell zu und übertreffen so die Maßnahmen der Regierung.

Was tun? Portugal muss sich völlig von den Lobbyisten befreien und ein für alle mal den Eukalyptus aus seinen Wäldern verbannen. Neue Gebiete für die Pflanzung des aus Australien importierten Baums darf man nicht mehr erschließen. Ein Konzern machte jetzt (gerade noch vor diesen Bränden) bekannt, dass er in Spanien investieren würde, um dort neue Pflanzungen anzulegen. Aber in Portugal darf man bereits mit Eukalyptus bepflanzte Flächen wieder aufforsten. Dieser Brandbeschleuniger und (Wasser)-Säufer muss ganz aus Portugal, der iberischen Halbinsel und Europa verbannt werden.

Die Brandbekämpfung aus der Luft an sich in die Hände der Luftwaffe zu geben war schon mal ein guter Ansatz, aber solange private Unternehmen eine beauftragt werden und so wirtschaftliche Interessen auf einen Fortbestand möglichst vieler Brände angewiesen sind, wird es immer Brandstifter geben die für Geld zündeln. Diese Lobbyisten, die in den Bränden ein lukratives Geschäft sehen, haben auch keine signifikanten technischen Verbesserungen zugelassen. Ich habe selber erlebt, wie das „CWFS“ – ein innovatives Brandbekämpfungssystem aus der Luft – systematisch und demonstrativ ignoriert wurde.

Prävention ist wichtig, aber nicht genug. Auch die Brandbekämpfung muss verbessert werden, wobei mehr und besser ausgebildetes Personal nötig ist. Auch in Sachen Ausrüstung kann Portugals Innenministerium mehr tun. Aber für den wichtigsten Punkt braucht es die Zusammenarbeit der ganzen Welt. Der Klimawandel ist ein direktes Resultat menschlicher Profitgier. Es ist kurz vor zwölf und wir sollten auf unsere Kinder hören. Die Großkonzerne – vor allem im Energiebereich – stehlen eben diesen unseren Kindern ihre Zukunft und wenn Greta und ihre Mitschüler in der ganzen Welt auf die Straße gehen, dann nicht nur weil sie von irgendwelchen Aktivisten manipuliert werden, sondern weil sie nicht in einer Wüsste, ohne Bäume, ohne Wälder leben wollen.

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