Journalistin, die Polizeigewalt in Chile dokumentierte, ermordet – Fotos, Notizen, Beweise verschwunden

Albertina Martínez Burgos 1981 - 2019. Fotomontage, Bild YouTube screenshot

Rui Filipe Gutschmidt – 28 . November 2019

Die Journalistin Albertina Martinez Burgos wurde brutal in ihrer Wohnung in der Innenstadt von Santiago de Chile ermordet aufgefunden. Das gesamte Material ihrer Berichterstattung über die gewaltsame Unterdrückung der Proteste durch die Polizei ist verschwunden.

Ihre Arbeit hätte genau die Polizeibehörde in Bedrängnis – und so manchen ins Gefängnis – gebracht, die jetzt in ihrem Mord ermittelt. Die Polizeigewalt und Fälle des Missbrauchs von Frauen durch die Polizei sind ein Skandal, mit hohen Explosionspotenzial.

Es wurde bekannt:

Albertina Martinez Burgos, eine 38-jährige Fotografin, wurde unter seltsamen Umständen in ihrer Wohnung im Zentrum von Santiago (de Chile) tot aufgefunden. Albertina dokumentierte die Situation in Chile und beteiligte sich als Fotografin aktiv an den Demonstrationen. Sie dokumentierte Gewalt gegen Journalistinnen und Medienpersonal. Heute fordern wir die Aufklärung der Todesursachen, ganz zu schweigen davon, dass sich weder der Computer noch die Kamera in ihrer Wohnung befanden, als sie für Tot erklärt wurde. Lasst uns ihren Namen nicht vergessen, lasst uns ihr Gesicht nicht vergessen.

In einer Pressemeldung hieß es:

Es ist nicht erforderlich, diese Informationen zu ergänzen, da die Schwere des Falls offensichtlich ist. Die Ermittlungsbehörden (die die gleichen Polizisten sind, gegen die Albertina ermittelt hat) sprechen von einem „vermeintlichen“ Mord. Sie wurde mit mehreren Stichwunden gefunden und das Bildmaterial ihrer Ermittlungen verschwand … der Mord wird vermutet! Die kalte Art, wie sie definieren, was passiert ist, scheint ihre Schuld zu zeigen.“

Fazit: Wer zu viel weiß, wer Beweise hat und die Wahrheit an die Öffentlichkeit zerrt, lebt gefährlich… oder bald gar nicht mehr!

Der investigative Journalismus, schon öfter tot gesagt und doch lebendiger denn je, ist einer der gefährlichsten Berufe der Welt. Die Mächtigen dieser Welt, die Superreichen, die Bankster und modernen Sklavenhändler, Umweltsünder und Kriegstreiber, kurz gesagt alle die Dreck am Stecken, Leichen im Keller oder sonst irgendwas zu verbergen haben, sehen es gar nicht gerne, wenn jemand in der bis vor kurzen noch so schön kontrollierbaren Welt, die Frechheit hat ihre wahre Fratze zu zeigen. Unsereins, in relativ sicheren Ländern der EU, kann froh sein, dass es hier nicht auch schon Mode geworden ist, die Kritiker nicht nur virtuell, sondern gleich ganz zum schweigen zu bringen.

Aber aufgepasst! Unsere Scheindemokraten werden auch immer aggressiver und ein Blick in die USA zeigt, dass wir bald ähnliche Probleme bekommen können. Die Demokratie, Menschenrechte, Presse- und Meinungsfreiheit bestehen ja angeblich auch in Chile. Wir, die wir Tag für Tag über solche Missstände in der Welt berichten und unseren Lesern gratis zur Verfügung stellen, müssen aufpassen. Rechte muss man sich erkämpfen und dann… für den Erhalt und die ständige Verbesserung stets auf der Hut sein und wiederum kämpfen, kämpfen, kämpfen.

Quelle für diesen Beitrag:
https://izquierdaweb.com/chile-asesinada-a-punaladas-periodista-que-cubria-la-represion-y-los-abusos-policiales/

 

 

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