Irans Alptraum könnte wahr werden

Raffinerie Pixabay CC0 Public Domain
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Noch kann der Iran die Sanktionen der USA verkraften, da der Ölpreis relativ hoch ist. Doch was, wenn er wieder sinkt? Die Wahrscheinlichkeit dafür ist groß, da die Saudis zusammen mit den Amerikanern und den Israelis Teheran in die Knie zwingen wollen.
Marco Maier 4. November 2018
Auch wenn die Saudis wegen der diplomatischen Krise rund um die Ermordung von Khashoggi zwischendurch mit der „Ölwaffe“ drohen – umsetzen werden sie dies wohl kaum. Der Ölpreis ist derzeit wieder auf einem Niveau, auf dem es sich Geld verdienen lässt und die strapazierten Kassen Riadhs etwas entlastet. Aber: Man weiß auch, dass man gegenüber dem Erzfeind Iran finanziell einen längeren Atem hat.
Wenn nun die US-Sanktionen hinsichtlich des iranischen Öls greifen und Länder wie China oder Indien nicht die Nachfrageausfälle der US-Vasallen kompensieren, könnte es für Teheran eng werden. Zwar sorgen die etwas höheren Ölpreise noch für etwas Luft, da dies die Lieferausfälle zumindest einigermaßen kompensieren kann, doch wenn die Saudis beschließen, die Fördermengen zu erhöhen und so den Preis wieder zu drücken, dann wird es schwierig.
Schon jetzt kämpfen die Iraner mit einem massiven Wertverfall des Rials, einer hohen Arbeitslosenrate und infolge von Korruption und Misswirtschaft auch weiteren ökonomischen Problemen. Mussten im Januar noch rund 50.000 Rial für einen US-Dollar bezahlt werden, so sind es heute schon rund 150.000. Und das sind nur die offiziellen Kurse – auf dem Schwarzmarkt sieht es noch viel schlimmer aus.
Aber: Donald Trump und dessen neokonservative Administration wollen die Mullahs in Teheran unbedingt in die Knie zwingen und wissen, dass gerade der Ölsektor der stärkste wirtschaftliche und finanzielle Hebel dafür ist. Auch wenn sie damit riskieren, ein weiteres Land im Mittleren Osten zu destabilisieren und so einen kriegerischen Flächenbrand auszulösen, der auch die Nachbarstaaten trifft.

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