Extrasteuer für Elektrofahrzeuge

Elektroauto Pixabay CC0 Public Domain

Im US-Bundesstaat Illinois wird das praktiziert, was wohl auch in Europa irgendwann kommen wird: Extrasteuern für Elektrofahrzeuge wegen fehlender Mineralölsteuereinnahmen. 

Marco Maier – 5. Juni 2019

Der Umstieg von mit Benzin oder Diesel betriebenen Fahrzeugen auf jene mit Elektromotor wird von den Klimajüngern vorangetrieben. Ganz abgesehen davon, dass der Strom dafür auch irgendwie erzeugt werden muss (doch Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke abgeschaltet werden sollen), gibt es noch ein anderes Problem: Steuern.

Im US-Bundesstaat Illinois hat man nun eine „Lösung“ für das Problem gefunden, dass Elektrofahrzeuge (EV) ja keine Treibstoffsteuern mehr einbringen. Wie die „Chicago Tribune“ berichtet, müssen die Besitzer solcher Fahrzeuge künftig mindestens 248 US-Dollar für die jährliche Registrierung bezahlen. Das sind 100 US-Dollar mehr als die Besitzer von Benzinern in der niedrigsten Steuerklasse bezahlen müssen.

Diese Gebühr ist ein massiver Anstieg gegenüber den 17,50 US-Dollar die EV-Besitzer derzeit bezahlen müssen, liegt jedoch deutlich unter den 1.000 US-Dollar, welche einige Abgeordnete des Staatsparlaments zuvor forderten. Denn der marode US-Bundesstaat nimmt durch diese Vehikel weniger an Benzinsteuern ein.

Und in Europa? Da werden teilweise schon höhere Strompreise an den Ladestationen für Elektrofahrzeuge verlangt. Doch das wird auf Dauer nicht reichen, um die Steuerverluste durch den sinkenden Benzin- und Dieselverbrauch aufzufangen. Zwar sind die EV derzeit noch eine Rarität auf deutschen oder österreichischen Straßen, doch irgendwann wird aufgrund der Klimawandel-Propaganda ein kritischer Punkt erreicht, wo die Gesetzgeber den Kauf solcher Fahrzeuge nicht mehr mit Steuererleichterungen oder Förderungen ankurbeln, sondern die Steuerausfälle kompensieren wollen.

Doch wenn man bedenkt, wie man uns Europäern so viele Jahre lang eintrichterte, dass wir Strom sparen sollen, fragt man sich auch: warum werden dann solche Fahrzeuge nun als „Allheilmittel“ gegen den Klimawandel verkauft? Wenn statt 60W-Glühbirnen nun 10W-LEDs die Häuser nachts erleuchten, die Staubsauger in Sachen Power limitiert werden und man die Elektrogeräte nicht einfach auf „Standby“ hält sondern aussteckt, dann um mehr Strom für diese Autos übrig zu haben?

Fakt ist: Elektrofahrzeuge sind nicht das Nonplusultra beim Versuch, den Verbrauch von Kohlenwasserstoffen im Verkehr einzudämmen und zu reduzieren. Einerseits ist die Herstellung dieser Fahrzeuge äußerst umweltintensiv, andererseits muss der Strom ja auch irgendwie produziert und transportiert werden. Und dann gibt es ja auch noch die Energiesteuern…

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