EU-Wahl: Der Aufstieg der Kritiker

Europaparlament - Bild: Flickr / European Parliament CC BY-NC-ND 2.0

Bei der kommenden Europawahl im Mai könnten die EU-Skeptiker und -Kritiker bis zu einem Drittel der Sitze erobern. Das ist das Ergebnis einer verfehlten Politik der etablierten Parteien. 
Marco Maier – 8. Januar 2019
Die sogenannten „rechtspopulistischen“ und „EU-kritischen“ Parteien könnten bei der Europawahl im Mai zusammen bis zu einem Drittel der Sitze erobern. Auch wenn es sich hierbei um eine inhomogene Gemengenlage handelt, in der manche Parteien nicht mit anderen zusammenarbeiten wollen, so zeigt diese Entwicklung, dass immer mehr Menschen von den etablierten Parteien die Nase voll haben.
Konservative, Sozialdemokraten und Liberale, die jahrzehntelang den politischen Ton angaben, sind infolge einer verfehlten, bürgerfernen Politik inzwischen so schwach wie schon lange nicht mehr. Von der Euro- und Schuldenkrise bis hin zur Migrationskrise – quer durch die Bank hat die etablierte Politik versagt. Auch die zunehmende Zentralisierung in Brüssel – also die Entwicklung hin zur EUdSSR – stößt immer mehr Menschen sauer auf.
Für die Kritiker dieser Politik der Auflösung der Nationalstaaten (von rechts bis links bis nicht ins klassische Parteienspektrum passend) hin zu einem EU-Superstaat ist dies positiv. In immer mehr Ländern der Europäischen Union erhalten sie einen wachsenden Zuspruch in der Bevölkerung. Und je nach existierenden Problemfeldern sind es unterschiedliche Kernansätze, die bewegen und die Menschen zu diesen Parteien und Bewegungen treiben.
Die etablierten Parteien haben diesen Weckruf noch nicht gehört – und wenn, dann noch nicht wirklich verstanden. Zu behaupten, nur man selbst sei seriös, die Protestparteien hingegen nicht, reicht als Abwehrmaßnahme nicht aus. Das zeigt sich in den Wahlen quer durch Europa. Denn immer mehr Menschen verlieren das Vertrauen in die abgehobenen Eliten, die von der Lebenswirklichkeit der Wählerschaft keine Ahnung hat oder diese schlichtwegs einfach nur ignoriert. Das werden sie auch im kommenden Mai erneut zu spüren bekommen.

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