Es geht los! Hunderte Mahle-Kollegen/-innen im Kampf um ihre Arbeitsplätze!

Proteste vor MAHLE am 12. Juli 2019. Bild: IGM Stuttgart


Stuttgart:
Der massive Arbeitsplatzklau, den viele Kolleginnen und Kollegen der Automobil- und Zulieferindustrie im Gefolge der Umstrukturierungskampagnen seitens des Kapitals durch e-Mobilität und »Industrie 4.0« kommen sehen, wird jetzt real: 650 Kolleginnen und Kollegen des großen Autozulieferers Mahle protestierten am Vormittag des 12. Juli, trotz strömenden Regens, vor der Mahle-Zentrale in Stuttgart-Bad Cannstatt gegen die Streichung von hunderten von Stellen.

Fritz Theisen – 20. Juli 2019
Zur Verfügung gestellt von Arbeiterkampf

Sie sandten damit ein kämpferisches Signal an die parallel stattfindende Aufsichtsratssitzung. Ihre Forderung: ZUKUNFT STATT ABZOCKE 2.0.

Die Mahle-Belegschaft erfuhr von den Kahlschlagplänen des Mahle-Kapitals aus der Presse, was besondere Empörung auslöste. Nachdem die Mahle-Geschäftsführung am 13. Mai 2019 in einer Presseerklärung einen Stellenabbau in erheblichem Umfang an den Stuttgarter Mahle Standorten angekündigt hat, wurden auch die Pläne zur Schließung des Mahle-Werks Öhringen bekannt gegeben. So reisten auch zahlreiche Mahle-Kollegen/-innen aus dem rund 70 km entfernten Öhringen mit Bussen zu der Aktion an.

Auf der Kundgebung machte ein Mahle-Betriebsrat entgegen der in den Medien herumgereichten Zahl von ca. 400 Stellenstreichungen bekannt, über 600 Jobs seien in Gefahr, also rund 15 % aller Stellen!

Die Mahle-Betriebsräte hatten zusammen mit der IG Metall, zu dem Zeitpunkt, zu der Informations- und Protestversammlung eingeladen weil zur gleichen Zeit der Mahle-Aufsichtsrat tagte. Dieses soll aber nur ein erster Schritt sein und trotzdem haben schon 650 Beschäftigte ihre Wut und Empörung gegen das Mahle-Management lautstark und kämpferisch demonstriert.

Ein Betriebsratsmitglied kündigte für den 25. Juli an gleicher Stelle eine europaweite Kundgebung der Mahle-Belegschaften an! Man kann nur dazu aufrufen, dass auch viele Kollegen/-innen anderer Betriebe Solidarität üben und auch kommen!

Die Mahle-Geschäftsführung hält ihre Beschäftigten in ständiger Angst um die Arbeitsplätze, für die Beschäftigten und die IG Metall ein untragbarer Zustand. Auch deshalb wurde heute vor Mahle ein starkes Zeichen der Kampfbereitschaft in Richtung Aufsichtsrat gesetzt.

Trotz Regens: Proteste vor MAHLE am 12. Juli 2019. Bild: ARBEIT-ZUKUNFT

Uwe Meinhard, für die Mahle-Kollegen/-innen und die IG Metall Stuttgart im Mahle-Aufsichtsrat, hielt eine kämpferische Rede, die völlig zu Recht die Vorgänge bei Mahle in den Rahmen der kommenden Transformationen der Automobil-Industrie, ihrer Zulieferer, aber auch aller anderen Wirtschaftszweige stellte. Unter großem Beifall rief er: Transformationen nur mit allen gemeinsam!

Allerdings erwähnte der ehemalige erster Bevollmächtigter der Stuttgarter IG Metall, mit keinem Wort, welche Strategie und welche Forderungen die Metallerinnen und Metaller im Kampf wählen und aufstellen sollten.

Wir fordern:

  • Drastische Arbeitszeitverkürzung für alle
  • Mindestens 30-Stunden-Woche! Bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
  • Keine Arbeitsverdichtung!
  • Vollständige Bezahlung der Qualifizierung durch die Unternehmen!
  • Menschenwürdiger Vorruhestand für die älteren Kollegen/-innen!

Mancher Kollege äußerte im Gespräch, dass das Problem im Kapitalismus liege. Wie kann das Kapital das Recht haben, für seine Profite die Existenzen zahlloser Menschen, Familien und Kinder in Gefahr zu bringen? Wurde gefragt. So wie derzeit könne es einfach nicht weitergehen, wir bräuchten grundsätzliche gesellschaftliche Veränderungen.

In diesem Sinne: Alle gemeinsam gegen das Kapital!

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Erstveröffentlichung am 12. Juli 2019 in Arbeit Zukunft online. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers.
Bilder und Bildunterschriften wurden zum Teil von der Redaktion AmericanRebel hinzu gefügt.
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ARBEIT-ZUKUNFT Flugblatt: fairwandel – unser Kampf geht weiter!
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Anhang der Redaktion AmericanRebel

Video von »regioTV«: Mahle-Mitarbeiter
protestieren gegen Sparkurs

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Dabei muss es sich nicht grundsätzlich um die Meinung der Redaktion handeln.

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