Deutschland ist neuer Weltmeister…in Elektroschrott

.
Ehrenamtliche versuchen den Müll der Wegwerfgesellschaft zu bekämpfen. In Deutschland wird pro Kopf weltweit der meiste Elektroschrott produziert. Das hat zwar mit Komfort zu tun, aber die Hersteller sind größtenteils auch daran schuld.

Edgar Schülter – 23. November 2018

Sogenannte Repair-Cafés zeigen Alternativen, die nicht nur die Umwelt, sondern auch unseren Geldbeutel zu schonen. Doch leider wird immer noch zu viel falsch entsorgt.

Am schlimmsten ist aber gerade die illegale Entsorgung. Knapp 465.000 Tonnen Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler verschwinden in den Untiefen illegaler Müllsammler oder nicht zertifizierter Behandlungsanlagen.

Es schadet massiv unserer Umwelt, wenn gefährliche Stoffe falsch entsorgt werden. Außerdem sind viele Geräte wahre Schatzkisten an wiederverwendbaren Rohstoffen.

Alleine im Jahr 2016 kauften die Deutschen zwei Millionen Tonnen neue Geräte. Dabei wären solche hohen Zahlen nicht nötig, würde die Industrie auf verbraucherfreundliche Rücknahme setzen sowie reparaturtaugliche Geräte herstellen. Genau das soll jetzt in einer neuen EU-Regelungen geschehen. Das heißt Elektrogeräte sollen in Zukunft eine Kennzeichnung bekommen, dass diese zurückgenommen werden und Reparaturen möglich sind und nur diese sollte man der Umwelt zuliebe auch kaufen.

Ziel ist es nicht immer gleich zu entsorgen. Geräte müssen eine längere Lebensdauer erhalten, leichter zu reparieren sein und vom Hersteller selbst zurückgenommen und dann entsorgt werden. Bisher wurde leider nur jedes 10. Gerät zurückgebracht.

Wie schon oben erwähnt versuchen viele Reparatur Cafés diesen erhöhten Verbrauch entgegen zu steuern. Bei einer netten Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen wird dann zwischenzeitlich die Reparatur vorgenommen oder ein Austausch von Ersatzteilen. Es gibt aber auch immer mehr Second-Hand-Shops wo man günstig ein gut gebrauchten Artikel bekommt, es muss nicht unbedingt immer neu sein.

Sharing is caring!

3 Kommentare

  1. Die Reparatur Cafés sind sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist es leider oftmals auch so, dass eben Elekrogeräte, bzw. Elektronik oftmals günstig ist, während die Ersatzteilpreise nicht selten überteuert und somit in keinem Verhältnis zum eigentlichen Gerätepreis stehen. Ein weiteres Problem ist, dass Technik derzeit leider viel zu schnell veraltet und sicherlich auch viele Leute deshalb kein Interesse daran haben, ihre defekten Geräte zu reparieren oder gar reparieren zu lassen. Selbst dann, wenn prinzipiell ein Wille besteht, ein Gerät zu reparieren, kann es dann durchaus sein, dass es durch die ständige technische Weiterentwicklung quasi den „Garaus“ gemacht bekommt (so zum Beispiel bei Rechnern, bei denen man das Btriebssystem nicht mehr aktualisieren kann, was auch wieder Risiken birgt, diese zu benutzen, grade dann, wenn sie mit dem Internet verbunden sind). Trotzdem denke ich natürlich positiv darüber, wenn man alte Sachen so lange, wie es eben möglich ist, benutzt und diese dann natürlich auch repariert.

  2. Hallo Edgar, liebe Leser/innen
    vielen Dank für den interessanten Artikel. Wenn ich ihn lese und dazu noch den Kommentar von Andreas dazu, merke ich wie unzureichend dein Beitrag ist. Es fehlt etwas ganz entscheidendes: Die Aufklärung wer bestimmt wie ein Gerät konstruiert ist und wer darauf keinerlei Einfluss hat.
    Geräte wie Waschmaschinen, Kommunikationsgeräte und Haushaltsgeräte werden von uns allen gebraucht, ohne sie können wir in der Regel und der jetzigen Welt nicht mehr leben. Es ist also ein Bedarf da. Dieser Bedarf wird ausschließlich von Konzernen gedeckt die nur zwei Ziele haben:
    1. Möglichst viel Profit zu machen und viele Dividende an die Aktionäre auszuschütten.
    2. So zu produzieren das sie als Unternehmen am Markt bleiben und nicht von Mitbewerbern geschluckt werden.
    Auf die Art der Produktion hat der Verbraucher, der auf diese Geräte angewiesen ist, keinen Einfluss. Auch gesetzliche Vorschriften lenken da wenig im Sinne der Verbrauchers.
    Besonders abartig ist es das der Verbraucher diesen Mist selber als Erwerbstätiger produzieren muss und dem Konzern bei dem er malocht auch noch abkaufen muss.
    Die Hersteller sind ja seit vielen Jahren so großkotzig geworden das sie sich es erlauben dürfen Geräte mit Schrauben zu verschließen die sich nur rechts herum drehen lassen, Bruchstellen einzubauen die nach einer bestimmten Zeit das Gerät unbrauchbar machen und, wie bei Drucker sogar das Gerät so zu programmieren das es sich nach einer bestimmten Laufdauer von selber und für immer abstellt. Dabei sind sie sich der Unterstützung der Parlamente immer sicher obwohl es sich meiner Meinung nach um eine kriminelle Handlung handelt.
    Hoffen wir das er EU-Vorstoß da Verbesserung bewirkt. Wir sollten uns aber nie auf das EU-Parlament verlassen, denn es ist nichts anderes als ein Zusammenschluss von kapitalistischen Staaten mit dem Ziel das Handeln innerhalb und ausserhalb der EU noch lukrativer zu machen.
    Wir, das Volk sind für die Riesenmengen von Elektronikschrott verantwortlich, denn wir werden gezwungen die Geräte zu benutzen.
    Wir selber sollten den Herstellern eindeutig zu verstehen geben wo ihre Grenzen sind. Die Überschrift deines Artikels ist nicht richtig. Es muss heißen: „Die Deuteschen und internationalen Kornzerne sind „Weltmeister im produzieren von Elektroschrott“
    Und wieder fällt mir dazu ein: „Sie brauchen uns – aber wir brauchen sie nicht!“ (Gemeint sind die Konzerne)

    • „1. Möglichst viel Profit zu machen und viele Dividende an die Aktionäre auszuschütten.
      2. So zu produzieren das sie als Unternehmen am Markt bleiben und nicht von Mitbewerbern geschluckt werden.“
      Das dürfte ja wohl inzwischen fast jeder Deutsche wissen. Das viele Geräte eine Garantie von gerade mal ca zwei Jahre bekommen und gerade kurz danach kaputt gehen, weiß man auch. Darum sollte der Endverbraucher darauf achten möglichst Geräte zu kaufen die vom Hersteller auch wieder abgenommen werden und auch reparaturtauglich sind. In Deutschland wird zuviel und zu schnell aus Bequemlichkeit weggeworfen. Das habe ich selber beobachtet.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*