Deserteur aus Nordkorea verrät was das Volk wirklich über das System denkt

Nordkoreanische Grenzsoldaten Youtube Screenshot

.
Ein nordkoreanischer Soldat namens Oh Chong Song gelang vor einem Jahr eine spektakuläre Flucht. Jetzt hat er in einen Interview offenbart was die Leute wirklich über die kommunistische Diktatur in Nordkorea denken.

Edgar Schülter – 22. November 2018

Oh Chong Song wurde bei seiner Flucht mehrmals von Kugeln getroffen, er blieb zum Glück schon auf der südkoreanischen Grenze verletzt liegen, denn so folgten die Nordkoreanischen Soldaten ihm nicht mehr und er wurde in Sicherheit von Truppen der Vereinten Nationen geborgen. Schwer verletzt von seinen Genossen die immer wieder auf ihn geschossen haben, wurde er in Südkorea verpflegt.

Oh behauptet, dass er in Wirklichkeit Sohn eines Generals in Nordkorea sei. Laut der japanischen Zeitung „Sankei Shimbun“ haben japanische Sicherheitsbehörden Ohs Identität bestätigt. Jetzt aber verrät Oh was Nordkoreaner wirklich über Kim Jong Un und seinen Regime denken.

So behauptet Oh: „80 Prozent meiner Generation fühlen keine Loyalität zu Kim, sie sind gleichgültig.“ 

Oh bereut in keinster Weise seine Flucht und meint:

Es ist doch natürlich, kein Interesse oder keine Loyalität zu einem System zu haben, in der das Vererben von Macht hingenommen wird, und das nicht einmal seine Bürger ernähren kann.“ 

Dabei vertritt Nordkorea eine kommunistische Ideologie, die doch gerade auf Gleichverteilung basiert. Stattdessen aber bekommen wenige sehr viel und die meisten überhaupt nichts.

Heute lebt Oh glücklich im sicheren Süden von Südkorea. Er habe sich von seinen Wunden erholt, hat bereits einen guten Job und konnte sich sogar einen Auto kaufen. Nach Nordkorea will er nie mehr zurück und hat sogar schon den Nordkoreanischen Akzent verloren.

Sharing is caring!

8 Kommentare

  1. Wie immer, wenn es um geflüchtete Menschen aus dem „kommunistischen Machtbereich“ geht- dies war seinerzeit bereits so, wenn jemand aus der DDR in die BRD floh, haben diese Berichte die einzige Aufgabe, nämlich Stimmung gegen die „bösen Kommunisten“ im INLAND zu machen.
    So ist es dann auch nicht verwunderlich, wie grade die Tage, bei uns in Spanien geschehen, dass Faschisten frech aufmarschieren konnten, um ihrem „Caudillo“, der am 20.11. vor genau 43 Jaheen verstorben ist, zu huldigen, während ultra konservative Kreise, der sogenannten Volkspartei und der „Ciudadanos“ sich weigerten, den Faschismus zu verurteilen und ein Verbot kommunistischer Parteien und Organisationen forderten.
    Bei aller Kritik, die man an „kommunistischen“ Systemen, wie der DVRK haben kann, ja sogar sollte, dürfen wir niemals vergessen, dass diese rührseligen Geschichten, einzig und alleine dem Zweck dienen, uns den Kapitalismus als alternativlos anzupreisen und von der derzeit (noch!) bürgerlichen Demokratie, auf eine Diktatur hin zuarbeiten.

    • Ich glaube nicht, dass mein Bericht die Aufgabe hat schlechte Stimmung gegen den „kommunistischen Machtbereich“ zu machen. Vielmehr zeigt es nur, dass da was ordentlich schief läuft. Es ist wohl mehr so, dass wenn man den Kommunismus verherrlicht, man nicht gerne solche Berichte liest. Jedoch was schlecht ist ist eben schlecht. Da spielt eine Ideologie keine Rolle.

      • nun, Edgar Schulter, ich unterstelle mal, dass es vielleicht von dir nicht so beabsichtigt ist- allerdings ist ja wohl klar, wenn solche Berichte in den Medien des Grosskapitals erscheinen, dass dies eben einzig und alleine die Absicht verfolgt, den (teilweise bis heute andauernden primitivsten) Antikommunismus in den Köpfen der Bevölkerung zu zementieren. Natürlich kann, darf und sollte man die Zustände in Ländern, wie der DVRK kritisieren, allerdings sollte man in einem fortschrittlichen Medium, wie es „INFO-WELT“ nun mal ist, eben dem Antikommunismus keine Plattform bieten- wobei allerdings unschwer zu erkennen ist, dass im konservativen Lager des Kapitals, alles, was links von den Sozialdemokraten ist, mitunter schon als „kommunistisch“ eingestuft wird.

    • Ich denke, dass man stark unterscheiden muss, ob es sich um China, Kuba oder eben Nord-Korea geht. Nord-Korea ist ein Land, dass ich nicht als kommunistisch ansehen kann. Es ist eine brutale, absolutistische Monarchie und das sollte allen klar werden. Das Land als kommunistisch zu bezeichnen schadet denen die den echten Kommunismus als Gesellschaftsform wollen. Genau genommen geschieht oder geschah dies in vielen Fällen, was aber wieder ein anderes Thema ist.

      • ganz genauso sehe ich dies auch. In den Mainstream Medien ist es an der Tagesordnung, dass dort von „kommunistischer Diktatur“ gesprochen wird- ja mitunter sogar bei Ländern in denen freie Wahlen (nach westlichen Standards) stattfinden (siehe Venezuela – obwohl im Vorfeld oftmals behauptet wurde, dass dort Wahlbetrug begangen wird, hört man komischerweise nach den Wahlen diesbzüglich nichts mehr). Was ich mit meinem einleitenden Kommentar eigentlich sagen möchte, ist, dass man zwar sehr wohl kritisch (vielleicht sogar ablehnend) der Regierung der DVRK gegenüber stehen und berichten darf, ja sogar sollte (… ich persönlich empfinde auch keine Sympathieen für die KIM- Dynastie -aber ich denke, kann man asiatische Massstäbe wohl auch kaum, mit europäischen Vorstellungen vergleichen), allerdings sollten in einem fortschrittlichen Onlinemagazin, genau solche Kraftausdrücke, wie „kommunistische Diktatur“, „Regime“ vermieden werden. Auch hört sich grade der letzte Absatz ziemlich nach einem „hollywoodreifen Happyend“ an- unabhängig davon, er sich nun ein Auto kaufen konnte, oder nicht und dass er seinen „nordkoreanischen Akzent“ verloren hat, wage ich ehrlich gesagt auch zu bezweifeln. Ich habe in der Vergangenheit Leute kennengelernt, die nach 40 Jahren Leben in der Pfalz ihren Berliner Akzent NICHT abgelegt haben (aber das tut ja eigentlich nichts zur Sache, welchen Akzent diese Menschen sprechen).

        • Das fortschrittliche an Info-Welt ist ja gerade das Nebeneinander verschiedener Denkweisen und ein Dialog, wie dieser hier, sollte viel öfter stattfinden. Man verwendet automatisch die Worte, die man gewohnt ist und Ausdrücke wie „Regime“ oder „Despot“ sind nun mal zutreffende, gängige Ausdrücke. Andererseits schreiben linke Autoren oft in ihrem typischen Jargon: „Proletariat“, „Rabtierkapitalismus“, „Bürgerlich“, „Spiessig“…. Rechtsaussen haben wir die „Lügenpresse“, „Linksfaschisten“, „Vaterlandsverräter“….
          Im übrigen schreibe ich gerade was dazu, aber ich bin in letzter Zeit nicht so fit. Kann noch ein zwei Tage dauern. Apropos schreiben, Andy…. wolltest du nicht…? Malaga?

          • Tja lieber Rui das funktioniert aber nicht bei allen Leuten. Radikalisten sind meistens intolerant und können nur denen ihre Welt sehen. Sie verschließen sich anderer Meinungen. Das sehe ich bei den Linken, bei den Rechten und bei den ultrakonservativen der Kirche.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*