Der rassistisch motivierte Mord an Arkan Khalaf und das Schweigen der Behörden!

Transparent in Celle. Bild Antifa Loebtau CC 0

Julius Jamal – 14. April 2020
zur Verfügung gestellt von AmericanRebel

Julius Jamal

Nur sieben Wochen nach Hanau wurde am 7. April der 15-jährige Arkan Hussein Khalaf von einem 29-jährigen Deutschen in Celle erstochen. Wieder einmal wird dabei nicht ernst genommen, dass Rassismus und rechte Ideologie wahrscheinlich Tatmotiv sind.

Das muss sich ändern, fordert die Initiative Migrantifa Hessen: „Wir Migrantinnen und Migranten wollen nicht länger in unserem eigenen Land um unser Leben fürchten!“

Die jungen Aktivistinnen und Aktivisten von Migrantifa Hessen fordern: „Die Sicherheitsbehörden müssen jetzt allen Hinweisen auf eine rassistische Motivation der Tat folgen. Sie müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und sofort handeln. Rassistische Tatmotive werden viel zu oft vorschnell in der Ermittlung und Berichterstattung ausgeschlossen und somit wird eine echte Aufklärung verhindert. Rassistische Strukturen und Nazinetzwerke bleiben dabei unaufgedeckt, Täterinnen und Täter werden zu psychisch kranken Einzeltäterinnen erklärt und so werden weitere Morde nicht verhindert.“

Zum Gedenken an Arkan. Bild Antifa Loebtau CC 0

Die Medien und der Mord

In den Medien wurde ebenfalls suggeriert, dass es sich um die Tat eines Verwirrten handelt, der Mord grundlos aus dem Nichts passiert sei. Wie so häufig wird dabei suggeriert, dass der Täter verwirrt sei. Nur Zeit Online hat bislang als einziges größeres Presseorgan die offizielle Darstellung der Ereignisse durch die Polizei hinterfragt und aufgedeckt, dass der Täter auf den sozialen Medien antisemitischen, rassistischen und verschwörungstheoretischen Seiten folgt und dass sich unter seinen Onlinefreunden mehrere Neonazis und Rechtsradikale befinden.

Migrantifa erklärt dazu: „Dies ist eine Verharmlosung des Mordes und fördert Täterschutz, den die Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland seit dem NSU und vielen weiteren rassistischen Morden, die noch unaufgeklärt sind, zu gut kennen. Der April ist für die Menschen mit Migrationsgeschichte ein Monat des Trauerns und der Wut. Dieser Monat macht die Kontinuität rassistischer Morde und des Naziterros in Deutschland besonders sichtbar. Am 4. April 2006 wurden Mehmet Kubaşık, am 05. April 2012 Burak Bektaş, am 06. April 1991 Jorge Gomondai, und am 06. April 2006 Halit Yozgat aus rassistischen Motiven ermordet. Und nun gibt es Anlass für die Annahme, dass auch am 07. April 2020 Arkan Hussein Khalaf dem Rassismus in Deutschland zum Opfer fiel.“

Rassismus. Bild: pixabay CC 0

Hanau und Celle

Doch nicht nur zu Celle gibt es bislang zu viele offene Fragen und zu wenige Antworten, auch zu Hanau fehlt es bisher an Antworten auf die vielen offenen Fragen.

Wie die Initiative 19. Februar verdeutlicht: „Warum geben die zuständigen Behörden seit (…) Wochen keinerlei Informationen zum aktuellen Ermittlungsstand heraus? Eine faktische Informationsblockade, während aus dem BKA angebliche Zwischenberichte in die Medien kommen, die die rassistische Motivation der Morde relativieren, um dann wieder dementiert zu werden.“ Dem schließt sich auch Migrantifa Hessen an: „Wir fordern eine lückenlose Aufklärung des Mordes an Arkan Hussein Khalaf und aller nicht-aufgeklärten rassistischen Morde in Deutschland. Statt von verwirrten Einzeltätern zu sprechen, müssen rechte Strukturen konsequent zerschlagen werden. Die migrationsfeindliche Politik und Rhetorik gegen Geflüchtete, die auch die Menschen an den europäischen Grenzen in Zeiten der Corona-Pandemie im Stich lässt, muss ein Ende finden. Wir wollen endlich ein Leben ohne Angst und in Würde. Wir wollen eine Gesellschaft mit offenen Grenzen und ohne Abschiebungen. Nicht Migration, sondern Rassismus ist das Problem!“

Erstveröffentlichung in „Die Freiheitsliebe“ vor wenigen Tagen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers und des Autors. Bilder und Bildunterschriften wurden von der Redaktion American Rebel hinzugefügt.

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Dabei muss es sich nicht grundsätzlich um die Meinung der Redaktion handeln.
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