Beziehungen: Platzeck fordert Verbesserung ein

Matthias Platzeck. Bild: Flickr / INSM CC-BY-ND 2.0

Weil das deutsche Verhältnis zu Russland mittlerweile so schlecht sei, brauche es Maßnahmen zur Verbesserung, so der Vorsitzende des deutsch-russischen Forums, Matthias Platzeck.
Von Marco Maier – 17. Oktober 2018
Jeder der mit offenen Augen durch die Welt geht, erkennt, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland mittlerweile sehr angespannt sind, weil die deutsche Politik lieber den Interessen der Amerikaner folgt als eigene Interessen zu forcieren. Das ruft auch Matthias Platzeck (SPD) auf den Plan, der Vorsitzender des deutsch-russischen Forums ist.
Der sozialdemokratische Politiker sieht das deutsche Verhältnis zu Russland mit großer Sorge. „Wir können nicht verleugnen, dass wir in den Beziehungen zu Russland heute einen Stand haben, der schlechter ist als je zuvor in den letzten 30 Jahren. Nicht wenige Menschen sagen, dass es heute spannungsgeladener ist als im Kalten Krieg“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er hoffe deshalb, dass der Westen Wege aus den Wirtschaftssanktionen finde, die wegen der Krim-Krise verhängt worden waren, auch wenn sich Russland dafür ein wenig bewegen müsse.
Die Sanktionen seien aber nun mal Realität, konstatierte Platzeck. „Ich lebe ja auch nicht im Wolkenkuckucksheim. Ich habe immer gesagt, dass Sanktionen Russland eher in die andere Richtung bewegen werden.“ Ein erster Schritt Moskaus auf den Westen zu könne ein Blauhelmeinsatz in der Ukraine sein, sagte der SPD-Politiker. Vor dem Russlandtag, zu dem ab diesem Mittwoch in Rostock rund 800 Wirtschaftsvertreter erwartet werden, hob Platzeck die Chancen mittelständischer Unternehmen in Russland hervor. „Wir erleben dort eine wirtschaftliche Stabilisierung, vielleicht sogar so etwas wie einen Aufschwung. Es zeigt, und so wird es auch immer sein, dass wirtschaftliche Verflechtung zu mehr Stabilität und Wandel führt“, sagte Platzeck.
Im Gegensatz zur stets strikt transatlantischen Union gibt es innerhalb der SPD immer wieder kritische Köpfe, die sich zwar zum Bündnis mit den USA bekennen, dabei allerdings einen kühleren Kopf bewahren und eine ausgleichendere Politik bevorzugen. Doch in der Bundesregierung konnten sich die Sozialdemokraten damit nicht wirklich durchsetzen.

 

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