Angekommen in Ferragudo – ein Wiedersehen nach fast 3 Jahren

Ferragudo, Portugal - Ein Fischerort an der Algarve - Bild von Herbert Missler © mit freundlicher Genehmigung des Autors

Info-Welt möchte allen Lesern einen neuen Autor vorstellen. Herbert Missler ist derzeit an der Algarve unterwegs und schreibt gerne über seine Reisen. Dabei malt er mit seinen Worten ein Bild von den Orten die er besucht, in intensiven Farben und man kann fast schon den Fisch riechen und die Sonne auf Herberts Gesicht spüren, so als wäre man selber vor Ort. Eine Lektüre, die sich lohnt… (Info-Welt Redaktion – RFG)

Herbert Missler, 22. Februar 2019

Zurück am Meer – Ferragudo zieht mich in seinen Bann.

Ferragudo, ein noch in seiner typisch portugiesischen Art erhaltener Fischerort an der Mündung des Arade, lädt mich mit seiner charmanten Art, den Menschen, die dort Leben und arbeiten, eine Weile zum Bleiben ein.

Hier habe ich, wie so oft auf meiner Reise, wunderbare Menschen kennengelernt und wieder getroffen, die mich mit herzlicher Freundlichkeit willkommen heißen und mir schöne Stunden in ihrer Gemeinschaft bescheren.

Ich stehe am Strand gegenüber und kann wieder einmal den Blick auf den Ort genießen.

Ich sehe den Schiffen nach, die in die Flussmündung einfahren.

Stolze Großsegler, Passagierschiffe und Handels-Koggen fuhren hier einst ein und aus und dazwischen unentwegt die Fischer mit ihren unterschiedlich großen Booten, die ihren Fang zum Fischereihafen brachten, um sogleich wieder hinauszufahren, da die Fangquote doch recht gering geworden ist.

Es zeigt sich auch hier, dass der Mensch die Natur ausbeutet, bis sie wohl irgendwann zusammenbricht.

Ich sehe bei einem Galão dem Treiben der Bewohner zu, sehe jedoch auch den ständig wachsenden Umfang an Ferienunterkünften, die den Ort umklammern und mache mir so meine Gedanken darüber.

Eingesessene Einwohner erzählen mir bei einem Glas Wein, dass sich mit den neu hinzuziehenden Menschen auch das zwischenmenschliche Klima im Ort verändert.

Die ursprüngliche Altstadt verfällt an vielen Stellen, weil die noch dort lebenden portugiesischen Familien nicht mehr für den Erhalt ihrer Häuser aufkommen können, der charmante Geist in den engen gepflasterten Gassen ist zwar noch gegenwärtig, doch die wenigen ansässigen Menschen, die hier noch Leben, die sieht man nur noch vereinzelt mal zur Tür hinaus schauen oder die engen Gassen entlanggehen.

Und dann kommt man zum Ort hinaus und sieht, wie diese neuen Häuser den Ort umklammern und zu ersticken drohen.

Ferienhaus-Siedlungen in großer Anzahl warten auf Gäste und auf den Hängen am Ortsrand stehen Luxushäuser, viele zum Verkauf, sie werden zunehmend von Niederländern, Belgiern und Engländern besiedelt, die ihre ihnen eigene Kultur mitbringen und diese hier auch Leben.

Diese wunderbare, portugiesisch multikulturelle Mischung der Menschen hier im Ort wird zunehmend von einer Gesellschaft vermögender Nordeuropäer geprägt und das verändert das miteinander Leben im Ort leider nicht immer zum positiven.

Ein wundervoller Ort ist es, einer der wenigen erhaltenen Kleinode der Algarve und er behält seinen ureigenen Charme hoffentlich noch eine ganze Weile.

 

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