Terror in Straßburg – Macron freut sich, Le Pen sowieso. Täter vielleicht in Deutschland

Emmanuel Macron nach dem Amoklauf in Strassburg - Screenshot YouTube

Ein Franzose marokkanischer Abstammung, der den Behörden als Islamist bekannt war, tötete gestern Abend in einem Amoklauf auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt 2 Menschen und verletzte 14 weitere teils schwer. Für Frankreichs Präsident, der mit massiven Protesten gegen seine Politik zu tun hat, kommt dieser Terroranschlag wie gerufen, doch auch die Vorsitzende der fremdenfeindlichen RN (ex-FN), Marine Le Pen wird diesen Anschlag für sich zu nutzen wissen.

Rui Filipe Gutschmidt – 12. Dezember 2018

Der 29-jährige Täter, der sich wegen Diebstahl und versuchten Mordes bereits vor Gericht verantworten musste, wird zur Stunde noch immer gesucht. Seine Flucht nach Deutschland ist nicht auszuschließen. Dabei soll der in Straßburg aufgewachsene Extremist Chérif Chekatt bei einem Schusswechsel mit der Polizei verletzt worden sein. Sein Ziel, Chaos und Terror auf dem Weihnachtsmarkt im Zentrum der EU-Demokratie zu schaffen, mag ihm zum Teil gelungen sein, doch der fanatisierte Anhänger eines Steinzeit-Islam, der seit Jahrhunderten keinen Platz mehr in den Köpfen der Menschen haben sollte, hat ach ganz anderen Zielen gedient.

Zum einem hat Cherif den Islamophoben einen Grund mehr gegeben diese Religion zu fürchten und des weiteren wird aus dieser Angst auch schnell Hass entstehen, zumal rechtsextreme Parteien, wie die RN (Rassemblement National – ex-Front National), der emblematischen Marine La Pen, immer wieder solche Taten nutzen, um ihre fremdenfeindliche, rassistische und ultranationalistische Ideologie als “Schutzschild der abendländisch-europäischen Kultur und Lebensart” zu verkaufen.

Aber es gibt noch einen anderen Nutznießer dieser Bluttat. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der große Teile der französischen Bevölkerung gegen sich aufgebracht hat, welche seit Wochen in gelben Warnwesten demonstrieren, ist zumindest über den Nebeneffekt des Terrors nicht traurig. Es ist das perfekte Ablenkungsmanöver, nachdem er den Auslöser der “Gelbwestenproteste” – eine Steuererhöhung auf Benzin und Diesel (Umwelt/CO2-Steuer) – zurückgenommen hatte und seine arrogante Haltung gegenüber der Demonstrierenden Menschen revidiert hatte. Die Tat bringt Macron auf die Bildschirme des Landes und zeigt ihn als “besorgten Vater der Nation” Mit dem für Frankreichs Staatsmänner typischen Pathos verspricht er den Täter zur Rechenschaft zu ziehen und “mehr Polizeischutz auf Frankreichs Weihnachtsmärkten und Straßen.”

Wieder einmal mehr bestätigt sich, dass dieser Terrorismus dem Islam als solches nur schadet. Schlimmer noch, der Terrorismus ist einer der hauptverantwortlichen Gründe für den Anstieg des Rechtsextremismus in Europa und der Welt, was für immer grösser werdenden Hass gegen den Islam sorgt und somit kontraproduktiv ist. Bleibt abzwarten, ob die Gelbwestenbewegung jetzt stirbt oder ob sie weiterhin auf die Strasse gehen und ihre gerechten Forderungen auch in einem Frankreich mit mehr Polizeipräsenz durchzusetzen versuchen.

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