Zypriotische Gasfelder: Türkei droht mit Waffengewalt

Erdogan Pixabay CC0 Public Domain

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Die Türkei droht „Seebanditen“ in den Gewässern um Zypern mit Waffengewalt, sollten sie trotz Verträgen mit der zypriotischen Regierung nach Gas bohren. Das kann zu einem Krieg führen.

Marco Maier – 9. November 2018

Ankara wird nicht zulassen, dass sich „Seebanditen“ frei bewegen und die umstrittenen Erdgasreserven vor Zypern ausbeuten, drohte der türkische Präsident, während er ein neues Kriegsschiff losgeschickt hat, um die Konkurrenten militärisch herauszufordern, sollte dies erforderlich werden.

Wir werden keine Versuche akzeptieren, die natürlichen Ressourcen im östlichen Mittelmeerraum durch den Ausschluss der Türkei und der türkischen Republik Nordzypern (TRNC) zu nutzen“, sagte Erdogan laut der Daily Sabah am Sonntag. Ankara behauptete, die Türkei habe keine Ambitionen, „Territorien zu annektieren“, und versprach, „die Rechte unseres Landes und unserer Brüder“ zu schützen.

Diejenigen, die dachten, sie könnten trotz dieser Maßnahmen Schritte im östlichen Mittelmeerraum oder in der Ägäis unternehmen, haben das Ausmaß ihres Fehlers verstanden. Wir werden nicht zulassen, dass Banditen in den Meeren frei herumstreunen, genau wie wir die Terroristen in Syrien zur Kasse gebeten haben“, sagte Erdogan bei einer Zeremonie, bei der die TCG Burgazada-Korvette der türkischen Marine übergeben wurde.

Seit im Jahr 2011 vor der Küste der geteilten Insel Zypern große Erdgaslagerstätten gefunden wurden, kommt es immer wieder zu Disputen. Die Türkei, welche den Nordteil der Insel seit 1974 besetzt hält und dort die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern ausrief, geht hierbei immer wieder gegen die international anerkannte griechisch dominierte Republik Zypern vor, die auch EU-Mitglied ist. Dabei liegen die Gaslagerstätten vorwiegend südlich und südöstlich der Insel, in Richtung Ägypten, Israel und Libanon.

Nikosia hatte Abkommen zur Exklusiven Wirtschaftszone mit Ägypten (2003), dem Libanon (2007) und Israel (2010) geschlossen. Diese werden von Ankara allerdings nicht anerkannt, da die Türkei auf Teile der Gewässer Ansprüche erhebt und sich ausgeschlossen fühlt.

Inzwischen – nach bereits einem Vorfall zwischen der türkischen Marine und einer griechischen Fregatte – befürchtet man deshalb sogar schon einen Krieg zwischen den beiden NATO-Ländern, der auch die anderen Anrainerstaaten in den Konflikt hineinziehen könnte.

Um dies zu vermeiden hat Nicos Anastasiades, der Präsident der Republik Zypern, erst am Freitag Ankara ein Angebot gemacht, bei der Ausbeutung der Gas- und Ölressourcen im östlichen Mittelmeer zu kooperieren und forderte dabei erneut die Wiedervereinigung der geteilten Insel.

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