FBI warnt vor Drittem Weltkrieg: China „kämpft den Kampf von Morgen“

Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Bild: Flickr / Times Asi / Tomohiro Ohsumi/Bloomberg CC BY 2.0

Das FBI sieht in China die größte Bedrohung und warnt vor einem Dritten Weltkrieg, da sich Peking darauf vorbereite. Doch das tun die USA auch. Russland sei als Bedrohung nur zweitrangig.

Von Marco Maier – 11. Oktober 2018

FBI-Direktor Christopher Wray sprach am Mittwoch mit dem Komitee und wurde gebeten, jene Länder zu benennen, welche die größte Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellen würden. Während der Direktor widerwillig war, ein solches Ranking zu erstellen, wies er darauf hin, dass die Volksrepublik China die größte Bedrohung darstellen würde, zumal das Reich der Mitte versuche, die Pläne Washingtons zu durchkreuzen.

Er sagte den Politikern dann: „Ich würde sagen, dass China in vielerlei Hinsicht die umfassendste, komplizierteste und langfristigste Bedrohung durch Gegenspionage darstellt, der wir gegenüberstehen.“

Wray argumentierte dann, Russland sei nicht so eine ernsthafte Bedrohung, wie sie trotz ihrer Versuche erscheinen würden, sich in US-Wahlen einzumischen. Und das, obwohl sich die Amerikaner seit dem Fall der Sowjetunion in die russischen Wahlen einmischen und auch Boris Jelzin zum Präsidenten machten.

Der FBI-Direktor erklärte: „Russland kämpft in vielerlei Hinsicht darum, nach dem Fall der Sowjetunion relevant zu bleiben. „Sie kämpfen gegen den heutigen Kampf.“ Als er über China sprach, erklärte Wray, dass dessen „Aggressionsakte“ sich darauf konzentrieren würden, wie man eine zukünftige globale Dominanz behaupten könne – die derzeit von den USA bestritten wird. Er sagte: „China kämpft den Kampf von morgen, und übermorgen, und den Tag danach.“ Dann erklärte er: „Und es betrifft jeden Sektor unserer Wirtschaft, jeden Bundesstaat des Landes und fast jeden Aspekt dessen, was uns wichtig ist.“

Heimatschutzministerin Kirstenen Nielsen bezeugte vor dem Ausschuss auch, dass China eine große Bedrohung darstelle. Sie sagte: „Sie bringen alles mit, was sie zu tragen haben. Wir sehen sie im Cyberspace sehr aktiv.“ Damit wiederholten die beiden Spitzenbeamten auch die Bedrohungsszenarien, welche Vizepräsident Mike Pence kürzlich erst äußerte. Er sagte: „Peking hat verdeckte Akteure, Frontgruppen und Propaganda-Stellen mobilisiert, um die Wahrnehmung der chinesischen Politik durch die Amerikaner zu verändern.“

Der Vizepräsident warnte davor, dass China versuche, die bevorstehenden US-Wahlen zu beeinflussen, um zu versuchen, die Unterstützung für Präsident Donald Trump und die Republikanische Partei einzudämmen. In dieser Hinsicht sei Peking eine ernsthaftere Bedrohung als Moskau. Doch Chinas Versuche sind verständlich, zumal es hier um die wirtschaftlichen Interessen des Landes geht und Trumps Handelskrieg als schädlich betrachtet wird.

Betrachtet man das Ganze aus US-Sicht, ist das Bedrohungsszenario verständlich. Immerhin beginnt das US-Imperium zu zerfallen und insbesondere China schafft es, mit deutlich geringeren finanziellen Mitteln eine Streitmacht aufzubauen, die mit der sündhaft teuren US-Armee mithalten kann – eben auch deshalb, weil sich Peking (noch) kein Imperium halten muss und die Volksbefreiungsarmee nicht in mehr als zwei Drittel der Länder dieser Welt stationiert ist, wie es die Amerikaner tun.

Doch dieses Bedrohungsszenario bedeutet auch, dass die Gefahr eines Dritten Weltkriegs wächst, je eher man im Pentagon das Gefühl hat, militärisch überhaupt noch eine Chance gegen China zu haben. Und je stärker Chinas Militär wird, umso „unausweichlicher“ erscheint den US-Falken ein Krieg gegen das Reich der Mitte. Denn: Bereits in zehn bis fünfzehn Jahren könnte es für die Amerikaner unmöglich sein, die chinesische Armee zu schlagen.

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