Waffenkäufe von Russland: Indien widersetzt sich den USA

S300 Youtube Screenshot

Trotz der Sanktionsdrohungen der USA kauft Indien Waffensysteme von Russland und verspricht Moskau, die Beziehungen verbessern zu wollen. Putin und Modi verstehen sich blendend.

Von Marco Maier-06 Oktober 2018

Indien, traditionell ein blockfreies Land, widersetzt sich den Wünschen Washingtons und kauft trotz der Sanktionsdrohungen der Amerikaner nun doch fünf S-400-Raketenabwehrsysteme von Russland. Der Wert des Deals: 5,4 Milliarden Dollar. Der Kaufvertrag wurde auf einem Gipfel mit dem indischen Premierminister Narendra Modi und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Neu Delhi abgeschlossen, wie RT berichtet.

Aufgrund des Kaufs riskiert Indien nun, unter Washingtons Anti-Sanktions-Gesetz, das den Kauf von Waffen aus Russland verbietet, sanktioniert zu werden. Nach seinem Treffen mit Modi sagte Putin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, dass Russland mit Indien zusammenarbeiten werde, um die bilaterale Zusammenarbeit bei den Vereinten Nationen, der Shanghai Cooperation Organization (SCO) und den G20 zu stärken. Putin fügte hinzu, dass die beiden Länder die Bemühungen zur Bekämpfung des Terrorismus koordinieren würden, und die beiden Führer unterzeichneten auch einen Vertrag über die Zusammenarbeit im Weltraum. Modi sagte, er hoffe, Russland werde Indien helfen, bis zum Jahr 2022 Astronauten in den Weltraum zu schicken.

Die beiden Länder beabsichtigen auch, bei der Terrorismusbekämpfung in Syrien sowie beim Status des Nuklearabkommens mit dem Iran zusammenzuarbeiten. Russland habe „im Energiebereich und in unseren Zielen immer eng mit Indien zusammengearbeitet“, sagte Putin.

Der Kauf der modernen S-400-Systeme wurde in einer Zeit des verstärkten Handels zwischen Russland und Indien unterzeichnet, welches ein Gesamthandelsvolumen von mehr als 9 Milliarden Dollar im letzten Jahr erreichte. Diese Zahl dürfte steigen, da die beiden Länder grenzüberschreitende Investitionen fördern wollen. Bis 2030, so Putin, hofft er, den Handel auf 30 Milliarden Dollar und die Investitionen auf 15 Milliarden Dollar zu erhöhen.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Handelsumsatz auf 30 Milliarden US-Dollar zu erhöhen … und die Investitionen bis 2025 auf 15 Milliarden US-Dollar zu erhöhen“, sagte Putin am Freitag bei einer Pressekonferenz mit Modi. Der russische Präsident ist zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in Indien. Putin sagte, die Ausweitung der Handels- und Investitionsinteraktionen sei eine Priorität für beide Nationen. Er sagte: „Wenn wir uns so schnell bewegen, werden wir das Ziel im Voraus erreichen und die Expansion fortsetzen.“

Letzten Monat schlug Neu-Delhi vor, eine Sonderwirtschaftszone für russische Unternehmen einzurichten. Zuvor diskutierten die beiden Länder die Schaffung eines „grünen Korridors“ für den reibungslosen Warenverkehr. Damit, so hofft man auch in Neu Delhi, kann die Wirtschaft des Landes neuen Schwung bekommen und den stark wachsenden Bedarf an Arbeitsplätzen unterstützen.

Indiens Abdriften von Washington wird von der Trump-Regierung wahrscheinlich als Verrat angesehen, was der US-Regierung wenig Anreiz bietet, die gesetzlich vorschgeschriebenen Sanktionen zurückzuhalten. Aber Russland glaubt wahrscheinlich, dass dies zu ihrem Vorteil ist. Wie Putin Anfang dieser Woche in einer Rede betonte, dienen die Sanktionen der USA gegen Freunde und Verbündete nur dazu, den Dollar zu unterminieren. Indien ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Mit Indien an Bord werden Russland und China einen entscheidenden Verbündeten gewinnen, um eine Alternative zum globalen dollarisierten Finanzsystem aufzubauen.

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